Bonn

Pause, endlich. Noch den Haushalt 98 beschließen und Reste vom Tafelsilber verkaufen, dann wäre auch das erledigt. Und was ist erreicht worden? Hat noch jemand den Überblick?

Da war die Rede des Bundespräsidenten. Ein Ruck müsse endlich durch die Gesellschaft gehen man habe hierzulande kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem, fand Roman Herzog und wurde heftig beklatscht. Da ist der nicht minder heftige Einspruch der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler gegen des Präsidenten tatendurstige Devise: Ärmel aufkrempeln und los! Auch diese Replik erhält nun viel Beifall.

Der Bonner Vorhang fällt, und alle Fragen bleiben offen. Arbeit, soziale Gerechtigkeit, Umwelt, wissenschaftlicher Fortschritt: Wie geht das noch zusammen, wie buchstabiert man Modernität im rasanten Umbruch? Wieviel Staat darf's noch sein, und welche Rolle bleibt der Politik?

Wolfgang Schäuble, der Christdemokrat, bemerkt lakonisch, die Regierung habe, was gemacht werden muß, einigermaßen im Griff und sorge für "Stetigkeit".

Ehrlich währt am längsten.

Pointierter formuliert Schäuble im Gespräch, was er meint: Er verachte geradezu jene, die keine Zweifel hätten und sich ihrer Sache immer ganz sicher seien. Er selbst sei es oft nicht. Das zu sagen, sei schwer für Politiker, aber ja.