Vor genau einem Jahr habe ich hier das typische Single-Gericht beschrieben, ein in Alufolie gegartes Schweinefilet. Beim Wiederlesen fand ich es so verführerisch, daß ich spontan überlegte, die Familie abzuschaffen. Statt dessen legte ich dann zwei eingepackte Filets nebeneinander in den Ofen. Dabei ist mir wieder aufgefallen, wie ideal das Garen in der Folie für die Einzelportion ist. Der bequeme Mensch muß hinterher nicht einmal einen Topf spülen. In einer Alufolie läßt sich praktisch alles garen. Diese kühne Einsicht werde ich mit einer Makrele beweisen. Ein schöner Fisch, richtig elegant, aber nicht besonders edel. Was macht eine Makrele, die trotzdem auf die feine Tafel will? Sie sucht sich eine passende, extravagante Begleitung aus. Das funktioniert, nicht nur auf Vernissagen. Fangen wir also an mit einem

Rote-Bete-Flan

Ein Flan ist ein Soufflé ohne Abitur. Nicht so empfindlich wie dieses und leichter herzustellen. Rote Bete kaufe ich als gekochte Knolle auf dem Markt. Ich brauche für 4 Portionen gerade mal 300 Gramm. Die werden gewürfelt und mit dem Mixstab flüchtig püriert. (Die ganz feine, glatte Struktur ist mir zu babyhaft.) In einer Schüs-sel schlage ich 4 ganze Eier mit dem Schneebesen schaumig und rühre dahinein einen knappen Becher Cr&egraveme fra"che. Darin verrühre ich 1/2 Eierlöffel Safranpulver sowie Cayenne und Salz. Das alles wiederum wird mit der pürierten roten Bete gründlich vermischt.

Den so entstandenen Brei schmecke ich mehrmals ab, bis er die richtige Würze hat. Vorbereitet habe ich folgendes: Auf dem Herd mit etwas heißem Wasser steht eine runde oder eckige Bratform. Darin wiederum stehen 5 kleine Schüsselchen, sogenannte Charlotteförmchen; man kennt sie von den 7 Zwergen. Die habe ich innen leicht geölt und fülle sie jetzt mit der roten Masse. Dann gieße ich so viel kochendes Wasser in die Bratform, daß die Förmchen zu Dreiviertel bedeckt sind, und schiebe alles in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen. Nach 20 Minuten ist der Flan gar.

Mit gebührender Vorsicht aus dem Ofen holen und die Förmchen sofort auf kleine Teller stürzen, damit sie nicht noch weiter garen. Dazu fahre ich mit einem Messer einmal zwischen Masse und Innenrand, lege den Teller obendrauf und drehe das Ganze auf den Kopf.

Die Form bitte nur mit einem Handschuh abnehmen; sie ist noch sehr heiß!