Gegen eine Lebensversicherung als Basis der privaten Vorsorge ist im Prinzip wenig einzuwenden. An einem festgelegten Tag kann der Anleger auf ein mit garantiert vier Prozent verzinstes Guthaben zurückgreifen.

Als Ergänzung zur klassischen Lebensversicherung drängen sich jedoch andere Anlageformen wie Aktien oder Aktienfonds auf. Sie versprechen auf lange Sicht betrachtet eine bessere Rendite und sind zudem weitaus flexibler zu handhaben. "Realwerte müssen die Geldanlage der Zukunft sein", schwärmt der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff in seiner Eigenschaft als Präsident der Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz und fügt hinzu: "Wer sein Geld nur in festverzinsliche Wertpapiere oder gar das Sparbuch investiert, spart falsch."

Von solch euphorischen Worten sollte sich jedoch niemand dazu verleiten lassen, sich ausschließlich auf die Wertsteigerung von Dividendentiteln zu verlassen. An den Börsen wurde schon viel Geld verloren. Ein zwar konservatives, dafür aber verläßliches Fundament für das Polster im Alter ist deshalb durchaus sinnvoll.

Oberste Maxime sollte indes immer sein: Vor dem Sparen steht die Absicherung der wichtigsten Lebensrisiken, in erster Linie Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenenvorsorge. "In der Bundesrepublik Deutschland leben heute schon gut zwei Millionen Menschen in finanzieller Not, weil sie beim Tod eines Ernährers oder bei Invalidität durch Krankheit oder Unfall nicht ausreichend abgesichert waren", bilanziert Hans Dieter Meyer, Geschäftsführer des Bundes der Versicherten in Hamburg. Nach einer Studie der Zürich Agrippina-Versicherung geht tatsächlich jeder sechste Arbeitnehmer wegen Berufsunfähigkeit schon vorzeitig in Rente.

Pech haben natürlich auch all jene Sparer, denen kein langes Leben vergönnt ist. Wer früh stirbt und beispielsweise eine private Rentenversicherung ohne Kapitalwahlrecht gewählt hat, hätte sein Geld besser für schöne Urlaubsreisen oder gutes Essen und Trinken ausgegeben. Denn in diesem Fall gibt es für die Hinterbliebenen je nach Vertragsgestaltung nicht einmal die eingezahlten Beiträge zurück. Wen das Schicksal derart straft, kann sich auch kaum mit den Zahlen der deutschen Statistik trösten. Dank moderner Medizin werden Männer im Durchschnitt 82 Jahre, Frauen sogar 86 Jahre alt.

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