3. Verhandlungstag (8. Juli). Der Vorsitzende Richter Heinrich Gehrke zieht ein Zwischenresümee: Was folgte aufgrund der Erklärung Schneiders zu Prozeßbeginn? So gut wie nichts Konkretes. Allgemeine Angaben, pauschaliert und unverbindlich, regelmäßig von man statt von ich sprechend. Das ist keine erhebliche Aufklärungshilfe, keine Verfahrensvereinfachung. Sie (die Verteidiger, die Red.) sagen, wir sollen uns gründlich mit der Mitverantwortung der Banken beschäftigen. Gut. Das wollen wir, und das werden wir. Aber Mitverantwortung bei was? Wie sollen wir zügig die Hintergründe aufklären, wenn uns noch nicht einmal die Vordergründe mitgeteilt werden?

5. Verhandlungstag (16. Juli). Das Gericht zitiert aus einem Schreiben vom 19.6.1992, in dem die Baden-Badener Filiale der Deutschen Bank ihr Engagement bei Schneider beschreibt:

Aus der Einzelperson Dr. Schneider, mit der wir die Verbindung eingegangen sind, mit der wir Objekte wie Fürstenhof und Zeil begonnen haben, ist mittlerweile vielleicht sogar die schlagkräftigste, fähigste und kompetenteste Immobilienentwicklungsgruppe Deutschlands geworden.

Alle Objekte liegen an exzellenten Standorten, wobei Leipzig und Berlin aus unserer Sicht Topstandorte darstellen. Alle Objekte erbringen den Kapitaldienst auf vorsichtig kalkulierter Basis. Dies bedeutet: In den Bewertungen sind jeweils erhebliche Reserven enthalten.

In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat sich Herr Dr. Schneider eine zunehmend sichere Basis für sein Developgeschäft erarbeitet, zugegeben mit unserer erheblichen Hilfestellung. Durch die Fertigstellung in 1993/94 wird sich diese Basis noch weiter verbessern, so daß sich mit Ablauf des Jahres 1993 eine nochmals deutlich bessere, breiter abgesicherte Vermögensposition ergeben wird. Bereits heute beträgt der Cash flow aus Festgeldern, Beteiligungen, fertiggestellten Objekten nach Zinsen und Tilgung 75 bis 80 Millionen Mark per annum. Damit sind fast die gesamten Zinsen für die laufenden Bauten abgedeckt.

Wir haben Herrn Dr. Schneider von Anfang an als Hausbank begleitet und ihn groß gemacht. Seine Vermögenssituation verdankt er neben seinem Gespür für den Markt, seiner Tüchtigkeit und seinen ideenreichen Konzepten der hervorragenden begleitenden Kreditbereitschaft des Deutsche-Bank-Konzerns.

Wir sind dabei bis heute ebenfalls nicht schlecht gefahren. Wir haben gute Objekte beliehen und einen treuen und bisher zufriedenen Kunden gefunden.