Der Angeklagte schweigt zumeist eisern. Selbst Ehefrau Claudia, die inzwischen regelmäßig den Prozeß gegen ihren Mann verfolgt, hat Jürgen Schneider nicht die Zunge gelöst. So muß die Wahrheit auf anderen Wegen gefunden werden. Für das Frankfurter Landgericht bedeutet dies, aus dem Konvolut von Akten und den Aussagen von Zeugen das Wesentliche herauszufiltern. Eine mühselige Aufgabe, schließlich handelt es sich bei den Unterlagen um eine "gigantische Masse", ja einen "Niagarafall", wie der Vorsitzende Richter Heinrich Gehrke leicht genervt konstatiert. Auch den Zeugen, die früher mit Schneider eng zusammengearbeitet hatten, muß er bisweilen kräftiger auf die Füße treten, um ihnen halbwegs klare Antworten zu entlocken. Denn sie suchen zu verbergen, daß sie blindlings Schneider auf den Leim gingen und damit indirekt seine Machenschaften unterstützten.