Teilen sich zwei Arten von Kaulquappen einen Teich, so befehden sie sich wie die rivalisierenden Jugendbanden einer Großstadt.Die stärkeren Froschlarven tyrannisieren die schwächeren, erklärte Sarah Faragher von der Northern Arizona University in Flagstaff auf einer Tagung der amerikanischen Animal Behaviour Society.Die ungleiche Entwicklung der Larven wurde bislang auf die unterschiedliche Maulgröße oder die ans Wasser abgegebenen, wachstumshemmenden Stoffe zurückgeführt.Doch Faragher häl t das Verhalten der verschiedenen Kaulquappen-Cliquen für mindestens ebenso wichtig, seit sie den Nordamerikanischen Grünen Laubfrosch und den Südlichen Leopardfrosch untersuchte.Deutlich aggressiver gestimmt, bedrängt der auf 83 Millimeter herang ewachsene Leopardfrosch-Nachwuchs die nur halb so großen Laubfrosch-Kaulquappen.Die "Leos" schikanieren artfremde Konkurrenten mehr als doppelt so häufig wie Mitglieder der eigenen Spezies.Die Laubfrösche wiederum gebrauchen einen Großteil ihrer E nergie, um den Stänkerern aus dem Weg zu gehen.Sie können nicht ausreichend Nahrung aufnehmen und wachsen deutlich langsamer.Nun will die Forscherin im Freiland untersuchen, ob Grüne Laubfrösche Laichgewässer mit Leopardfrosch-Nachwuchs gezielt meiden.