In der Praxis ist die freiberufliche Tätigkeit der Mediziner mittlerweile sehr viel weiter eingeschränkt, als vielen lieb ist. Zwar sichert die Gesetzliche Krankenversicherung den Ärzten ausdrücklich eine angemessene Vergütung zu, honoriert werden indes nur die medizinisch notwendigen Leistungen, die zudem zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen. Grundlage für die Abrechnung mit den Kassen ist die Kassenärztliche Gebührenordnung.

Die aber ist so kompliziert, daß sie viele Mediziner zur Verzweiflung treibt.

Und manche eben auch zum Betrug. Die drei häufigsten Spielarten sind:

Die Abrechnung von Leistungen, die vom Praxispersonal erbracht wurden, obwohl sie zwingend vom Arzt persönlich oder zumindest nur in seiner Anwesenheit vorgenommen werden dürfen.

Die Vor- oder Zurückdatierung von Leistungen, die normalerweise nicht nebeneinander abgerechnet werden dürfen.

Die Abrechnung von Leistungen, die nicht, nicht vollständig erbracht oder aber überhöht in Rechnung gestellt werden - wenn beispielsweise Rabatte beim Materialkauf nicht an die Kassen weitergegeben werden.

In die Kategorie der Falschabrechnung fällt der Fall des Dortmunder Allgemeinarztes und seiner elf Kollegen, die bei der Überprüfung von 300 Ärzten aufgefallen waren. Außer ihnen, die mit strafrechtlichen Folgen rechnen müssen, haben sechzig weitere Ärzte wegen minder schwerer Abrechnungsverstöße disziplinarische Maßnahmen zu erwarten.