BELFAST. - Ich glaube, daß in Nordirland seit langer Zeit nicht mehr so viel Grund zu Optimismus bestanden hat. Die Waffenruhe der IRA ermöglicht die baldige Teilnahme ihres politischen Flügels Sinn Féin an politischen Verhandlungen. Damit kann sich endlich erweisen, wer ehrlich daran interessiert ist, in friedlicher Atmosphäre eine politische Übereinkunft zu erarbeiten. An der Bereitschaft der Loyalisten, den Konflikt beizulegen und eine dauerhafte Lösung für Nordirland zu erreichen, kann kein Zweifel bestehen.

Schon 1987 hat meine Partei, die UDP (Ulster Democratic Party), in einem Dokument mit dem Titel "Common Sense" Vorschläge dafür unterbreitet, wie Nordirland aus der Sackgasse gelangen könnte. Wir schlugen ein nordirisches Parlament, basierend auf Gewaltenteilung, einen Grundrechtekatalog ("Bill of Rights") zum Schutze der Rechte aller Individuen und Gemeinschaften und ein Verfassungsgericht vor, das die Beachtung dieser Grundrechte überwacht.

Damals galten diese Vorschläge als radikal, mittlerweile sind sie als grundlegende Elemente einer künftigen Lösung für Nordirland akzeptiert.

Im Oktober 1994 rief das Vereinigte loyalistische Militärkommando für die loyalistischen Paramilitärs einen Waffenstillstand aus, um umfassende politische Verhandlungen zu ermöglichen. Seither hat die UDP geduldig auf den Verhandlungsbeginn gewartet. Falls es eines zusätzlichen Beweises für unsere Entschlossenheit bedarf: Der Waffenstillstand hat trotz der provozierenden Aktionen der IRA gehalten.

Ich war einer derjenigen, die die loyalistische Waffenruhe aushandelten und selbst während der schlimmsten Spannungen in unserem Land für seine Beibehaltung plädierten. Ich bin davon überzeugt, daß mit Hilfe der britischen und irischen Regierungen eine Lösung erreichbar ist, die für die Mehrheit der Menschen in beiden Gemeinschaften Nordirlands akzeptabel ist.

Vorausgesetzt natürlich, daß alle Seiten genug Mut und Friedensbereitschaft zeigen. Im Gegensatz zu uns Loyalisten haben es die großen protestantischen Parteien daran ebenso mangeln lassen wie an Führungsqualität. Zwei unionistische Parteien haben sich bereits gegen Verhandlungen entschieden - aus Protest gegen die, wie wir finden, völlig realistische Position der britischen und irischen Regierungen zur Beseitigung paramilitärischer Waffen.

Glücklicherweise will die größte protestantische Partei, die Ulster Unionists, den Verhandlungen nicht den Rücken kehren, obgleich auch sie das Entwaffnungspapier der Regierungen ablehnt. Ich hoffe, daß die Ulster Unionists nicht den Fehler wiederholen, den das protestantische Lager in der Vergangenheit allzuoft begangen hat.