Ihre Kontaktlinsen sind schön. Sie leuchten hellblau, die Lippen hellrot, ihr Lächeln ist nicht weniger süß. Sie beugt sich zu jedem einzeln herab, als sie ihre Gabe verteilt. Die Gabe ist goldfarben, rund und flach.

Der Chef der Swissair heißt Jeffrey Katz. Er ist Amerikaner. Und freut sich vielleicht, daß die Stewardeß goldige Milchschokoladenstaler mit Schweizer Kreuz drauf verteilt. Vielleicht auch auf der Strecke zwischen New York und Zürich, zur Zeit nicht selten beflogen von Menschen mit Namen wie Katz, in Sachen "Holocaust und die Folgen" ...

Später, in der Stadt, ist es warm. Dort oben, im vierten Stock eines Altbaus am Limmatquai, sitzt ein Faun, ganz real. Er hat sich vor sein Mansardenfenster plaziert: braun, mit gespreizten Beinen, nackt. Er liest und genießt. Und wartet darauf, daß der eine Bemerkung macht, der ihn sieht.

Aber egal, wer hier künstlich wirkt, der Anti-Zwingli oder die Kolorierte.

Egal, wer hier demonstriert, daß er Schweizer ist oder keiner. Was kümmert's?

An diesem Dienstag spürt Zürich den Sommer, die wunderbar leichte Luft. Die Schweiz in der Identitätskrise? - Ach, gehen wir zum See. - Die Schweiz, die Banken? - Selbst um die Bänke streitet sich niemand. - Die Schweiz ein Sonderfall, normal? - Laß uns schwimmen. - Aber wer ist Blocher? Der blasse Mann mit den wenigen Haaren ...

Plateauschuhe ironisieren nicht nur den Größenunterschied zwischen den Geschlechtern. Sie ebnen Landesgrenzen ein.