Die Sonne brennt, Farbdunst mischt sich in die stille Alpenluft. Ein Künstler bemalt das Haus eines Bergbauern mit naiven Fresken. Er ist nicht der erste Maler im Alpendörflein Guardia. Mittlerweile leuchten 21 Wandgemälde von den Hauswänden, Heiligenbilder, Ritterfresken, Szenen aus dem Alltag der Bauern. Weit oben, weitab von der nächsten Siedlung liegt Guardia am Hang mitten im Trentino, mit Blick über die Hochebene von Folgaria. Nur eine winzige Kirche, ein kleiner Gasthof und ein Häuflein geweißter Häuser: Daß Guardia zum Künstlerdorf wurde, verdankt es Cirillo Grott. Der 1990 verstorbene Maler und Bildhauer wollte seinen Heimatort durch seine Kunst vor der Verödung bewahren. Er war es, der die ersten Fresken an die einfachen Fassaden malte. Später lud er auch andere Maler nach Guardia ein. Seit 1988 ist das Dorf jeden zweiten Sommer der Treffpunkt für Künstler der Trentino-Region. Man erreicht Guardia über die Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Rovereto Nord. Von dort nördlich in Richtung Folgaria, in Calliano rechts abbiegen.