Lufthansa ist der größte westeuropäische Anbieter von Flügen nach Osteuropa. Allein jeder achte Flug hebt Richtung Moskau ab, das in diesen Monaten seinen 850. Jahrestag begeht.

Moskau war die erste Stadt der ehemaligen UdSSR, die Lufthansa 1972 zweimal die Woche mit einer Boeing 727 anflog. Seitdem wurde der Osteuropaverkehr systematisch ausgebaut, insbesondere nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vor sieben Jahren.

Heute können Lufthansa-Passagiere 47mal in der Woche von Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Berlin und München aus in die russische Hauptstadt reisen. Allein von Frankfurt starten täglich vier Maschinen. Der Busineß-Flug kostet 2850 Mark, der Economy-class-Tarif beträgt 1052 Mark. Die drei Monate geltenden Tickets können maximal sieben Tage im voraus gebucht werden, die Rückreise darf frühestens am Sonntag nach dem Hinflug erfolgen.

Keine andere Fluggesellschaft Westeuropas bietet so viele Verbindungen nach Osteuropa an. Derzeit können die Passagiere unter 406 wöchentlichen LH-Flügen zu 28 Zielen in 19 Ländern auswählen.

Längst nicht alle Strecken werfen bisher Profit ab. "Wir wollen", sagt Christoph Müller, Leiter der LH-Osteuropaplanung, "die erfolgversprechenden Märkte im Osten Europas vor den anderen Konkurrenten besetzen." Als erste Westairline überhaupt landet Lufthansa beispielsweise seit vier Monaten in Kasan an der Wolga und Perm an der Kama, wo riesige Erdöl-, Kupfer- und Eisenerzvorkommen internationale Investoren anlocken.

Für einen Business-class-Flug nach Kasan zahlen die westlichen Ingenieure und Rohstoffexperten 3762 Mark, in der Economy zu eingeschränkten Konditionen 2071 Mark. Ein Busineßticket nach Baku, dem Zentrum des Erdölmonopoly am Kaspischen Meer in Aserbaidschan, kostet 4188 Mark, in der Economy unter bestimmten Bedingungen 2328 Mark. Nach Odessa zahlt der Geschäftsreisende 2727 Mark, ein Platz hinter dem Vorhang ist für 1339 Mark zu haben.

Zu den genannten Lufthansa-Tarifen kommen jeweils Sicherheits- und Passagiergebühren sowie Flughafensteuern hinzu.