Globalstar: Billiger und technisch anspruchsloser ist das System des New Yorker Unternehmens Loral. Hier sollen 48 Trabanten, die nicht untereinander kommunizieren, sondern Ferngespräche über eine Fülle von Bodenstationen vermitteln, eine nahezu gobale Telephonversorgung bieten. Globalstar wird etwa 4,4 Milliarden Mark kosten, der Handy-Preis dürfte bei rund 1300 Mark liegen.

Celestri: Das zweite große Motorola-Projekt soll mit 63 Satelliten einen weltweiten Datenaustausch und die Ausstrahlung von Rundfunk und Videosignalen ermöglichen. Mit 21,5 Milliarden Mark ist das Vorhaben das teuerste und wird voraussichtlich erst Anfang des nächsten Jahrtausends betriebsfertig sein.

Abnehmer soll Celestri vor allem unter global tätigen Unternehmen finden, die per Video oder Computer unmittelbar mit ihren Beschäftigten, Lieferanten und Händlern kommunizieren wollen.

Teledesic: Träume von der Welt als Dorf beflügelten auch die Dollarmilliardäre Craig McCaw und Bill Gates (Microsoft), als sie Teledesic gründeten. Mit 288 geplanten Satelliten und neun Milliarden Dollar Kosten gebührt der Firma der Ruhm des waghalsigsten Satellitenprojektes. Signale sollen in Echtzeit von jedem Punkt des Globus über das Trabantennetz zum Adressaten transportiert werden. Weil es keine wahrnehmbare Zeitverzögerung beim Datentransport gibt, sollen Kunden weltweit Videokonferenzen veranstalten oder zwischen Australien und Amerika direkt an gemeinsamen Forschungs- oder Designvorhaben arbeiten können. Geplanter Starttermin: das Jahr 2002.

Nach Auffassung von Craig McCaw hilft ein weltweites Satellitennetz nicht nur, den Lebensstandard rund um den Globus zu erhöhen. Neue Methoden des Datentransports und der Kommunikation sollen auch die Lebensqualität verbessern und im Kampf gegen Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und ein übermäßiges Wachstum der Städte eingesetzt werden. Krankenhäuser in der dritten Welt ließen sich mit Universitäten in den Industrienationen verbinden, Arbeitsplätze würden dort geschaffen werden, wo die Menschen leben.

Doch angesichts der Vielzahl konkurrierender Projekte im All werde es am Boden "ein Blutbad" geben, prognostiziert Steven Dorfmann, der Chef der Kommunikations- und Raumfahrttochter von Hughes. Zugleich bezweifeln manche Experten, ob Firmen wie Iridium, Teledesic oder Celestri überhaupt jemals genügend Abnehmer finden, um am Ende auch Profite abzuwerfen.

Dazu kommen technische Probleme. Zwar beruhen die meisten Systeme auf bekannter Technik, doch der Teufel steckt im Detail. Bei Teledesic beispielsweise fehlen leistungsfähige Antennen, die den raschen Wechsel zwischen den einzelnen Satelliten der Konstellation bewältigen können.