WASHINGTON. - Präsidentenklatschen ist eine der ältesten Sportarten Amerikas. Seit den Gründerzeiten haben Presse und Öffentlichkeit amtierende Präsidenten wie Punchingbälle behandelt, an denen sie aktuelle Frustrationen und Einwände abarbeiten. Selbst auf Präsidenten, die später als bedeutend in die Geschichte eingingen, ist während ihrer Amtszeit eingeschlagen worden.

Nach acht Jahren, in denen er den Stacheln seiner Kritiker ausgesetzt war, meinte Präsident George Washington einmal: "Ich würde lieber in meinem Grab sein, als weitere vier Jahre im Weißen Haus erdulden zu müssen."

Thomas Jefferson wurde vielfach als Atheist und Handlanger der verhaßten französischen Jakobiner angegriffen, den Bolschewiken jener Zeit. Seine Kritiker behaupteten immer wieder, er plane, alle Bibeln zu konfiszieren und zu zerstören.

Abraham Lincoln wurde lange vor seinem Tod durch die Kugel eines Attentäters mit Worten ermordet.

Als Junge bin ich mit dem populärsten, vielleicht größten Präsidenten des 20.

Jahrhunderts, Franklin D. Roosevelt, aufgewachsen. Aber während FDR die Nation durch die Große Depression und den Zweiten Weltkrieg führte, wurde er pausenlos attackiert. Eleanor Roosevelt, die beachtlichste First Lady unserer Geschichte, wurde mindestens genauso erbarmungslos angegriffen wie ihr Mann.

In den vergangenen Jahren ist Präsident Harry Truman zu einem Favoriten sowohl demokratischer wie republikanischer Politiker geworden sie lieben es, seine erdhaften Bemerkungen zu zitieren. Aber als amtierender Präsident wurde Truman kontinuierlich als absolute Fehlbesetzung gebrandmarkt, weshalb so gut wie kein Experte ihm 1948 eine Chance zur Wiederwahl einräumte.