Der amerikanische Präsident Bill Clinton hatte schon vorsorglich mitgeteilt, er werde bei diesem Arbeitskampf nicht vermitteln.Er wußte, warum: Der Streik beim weltweit größten Paketzusteller UPS, der am Montag begann, birgt einigen politischen Sprengstoff, sollte er sich hinziehen.Kaum ein Wirtschaftszweig in den Vereinigten Staaten ist nicht davon betroffen: UPS transportiert dort täglich zwölf Millionen Sendungen und wickelt damit über sechzig Prozent des Paket- und Päckchenverkehrs ab. Konkurrenten können nicht einspringen, weil sie nicht genügend Kapazitäten haben. Explosiver ist freilich die Forderung der Teamster-Gewerkschaft, die fast zwei Drittel der rund 308 000 UPS-Mitarbeiter organisiert hat: mehr Vollzeitarbeitsplätze.Von 46 000 Stellen, die das Unternehmen seit 1993 geschaffen hat, sind 38 000 Teilzeitjobs, die nur die Hälfte des normalen Stundenlohns bringen. Sollte UPS den Streik gewinnen, dürfte das andere US-Unternehmen ermutigen, noch mehr als bisher auf diese Weise Kosten zu sparen.Setzen sich die Teamster durch, werden wohl auch andere Gewerkschaften gegen billige Teilzeitarbeitsplätze mobil machen. Seit Montag dieser Woche ist der Überlebenskampf von Kia, dem zweitgrößten Automobilhersteller Koreas und der Nummer acht unter den Großkonzernen des Landes, nicht leichter geworden.Die Gläubigerbanken des überschuldeten Konglomerats wollen zwar bis Ende September stillhalten, verweigern allerdings auch frische Kredite, weil die oberste Managerriege samt Kia-Präsident Kim Sun Hong an ihren Chefsesseln klebt.Damit dürfte Kia nur mit Hilfe eines potenten Partners noch zu retten sein. In Frage kommt dafür zuallererst Ford.Der weltweit zweitgrößte Autoproduzent hält direkt und über den von ihm beherrschten japanischen Hersteller Mazda knapp 25 Prozent der Kia-Aktien.Der Dreierbund arbeitet technisch eng zusammen.Ford importiert bei Kia gebaute Kleinwagen, die Mazda entwickelt hat.Spekuliert wird aber auch darauf, daß die beiden anderen großen Autohersteller Koreas - Hyundai und Daewoo - Kias Autodivision sanieren und dabei gleich mitübernehmen könnten.So könnten sie einen vier ten koreanischen Großkonzern an der Übernahme von Kia hindern: Samsung. Bisweilen können selbstbewußte Mitarbeiter ganz schön lästig werden.Dies muß derzeit Siemens-Chef Heinrich v.Pierer erleben.Im Rahmen der sogenannten "Portfoliobereinigung" hatte der Zentralvorstand in München beschlossen, das Geschäft mit Behandlungsstühlen und Röntgengeräten für Zahnärzte zu verkaufen. Innerhalb des defizitären Bereichs Medizintechnik versprachen sich die Bisweilen können selbstbewußte Mitarbeiter ganz schön lästig werden.Dies muß derzeit Siemens-Chef Heinrich v.Pierer erleben.Im Rahmen der sogenannten "Portfoliobereinigung" hatte der Zentralvorstand in München beschlossen, das Geschäft mit Behandlungsstühlen und Röntgengeräten für Zahnärzte zu verkaufen. Innerhalb des defizitären Bereichs Medizintechnik versprachen sich die Konzernstrategen zuwenig Synergien von diesem "Randgebiet".Die Investmentbanker von J.P.Morgan in Frankfurt/ Main wurden beauftragt, Angebote für das Dentalwerk im hessischen Bensheim und das Vertriebsnetz mit insgesamt fast 2500 Beschäftigten einzusammeln.Rund 750 Millionen Mark sollten in die Konzernkasse fließen.Doch zur Verblüffung der Münchner Strategen läßt sich ein unvorhergesehener Bieter nicht abwimmeln: Die Beschäftigten wollen ihr Werk, das schwarze Zahlen schreibt, selber kaufen. Fast 1100 von 1500 Bensheimern wollen mitziehen, verrät Betriebsrat Michael Martin. In München fürchtet man, die Zahnarztstuhlmonteure könnten sich übernehmen. Vergeblich wollte die Konzernspitze die Bensheimer davon überzeugen, daß der Einstieg eines international agierenden Unternehmens der Dentaltechnik vorteilhafter für die "langfristigen strategischen Perspektiven" wäre. Fernreisen in exotische Länder, meldet der Spiegel, gelten neuerdings trotz der umweltbelastenden Fliegerei als ökologisch korrekt.Doch nicht jeder kann sich diesen Beitrag zur Erhaltung von bedrohten Refugien leisten.Gut deshalb, daß es Muelhens gibt.Die Parfummischer aus Köln (4711) bieten jetzt einen preiswerten Ersatz für den Naturschutz vor Ort an.Ihr neuer Herrenduft Sumatra Rain Fresh habe die exotische Welt des Regenwaldes eingefangen, versprechen die Muelhens-Verkäufer.Regenwald u nd Naturvölker profitieren davon, weil Muelhens dem World Wide Fund for Nature (WWF) mit einer fünfstelligen Summe hilft, ein großes Urwaldgebiet in Indonesien dauerhaft zu erhalten - der WWF erlaubt im Gegenzug, das neue Wässerchen mit seinem Pan da-Logo anzupreisen. Allerdings liegt das Schutzgebiet nicht in Sumatra - sondern in Borneo.Und ob Rain Fresh auch Moskitos vertreibt, muß sich erst noch zeigen.