Die Welt ist ungerecht, immer geht es nur auf die Kleinen. Ein neues Beispiel gefällig? Seit langem freut sich der Kollege L. auf eine Reise in die Vereinigten Staaten - und nun schießt seit Monaten der Kurs des Dollar in die Höhe. So teuer war der Greenback seit 1989 nicht mehr. Der Trip nach Übersee wird wohl ins Wasser fallen.

Zu allem Überfluß profitieren all jene, die es ohnehin reichlich haben - beispielsweise die Aktionäre. Der steigende Dollar spülte im ersten Halbjahr allein Daimler-Benz einen zusätzlichen Gewinn von mehreren hundert Millionen Mark in die Kassen. Bei so viel Ungerechtigkeit wird der Ruf nach der starken Mark wieder lauter. Ob die Bundesbank die Zinsen anhebt, um die schwache Mark zu stützen? fragen sich allen Ernstes die Spekulanten - so als gäbe es weder Rekordarbeitslosigkeit noch Konjunkturflaute.

Steigende Zinsen sind das letzte, was Deutschland derzeit gebrauchen kann.

Veränderungen braucht das Land, endlich eine große Steuerreform zum Beispiel.

Dann könnte aus den Reiseplänen des Kollegen L. vielleicht schon im nächsten Jahr etwas werden.