Das Gerät läuft Tag für Tag, durchschnittlich drei Stunden, 32millionenfach allein in Deutschland. Wer siebzig Jahre alt wird, hat statistisch sieben Lebensjahre rund um die Uhr ferngesehen. Immerhin sieben Millionen Menschen, so lehrt uns der Medienforscher Michael Buß, verbringen täglich fünf Stunden mit dem Fernsehen; drei Millionen schaffen gar das doppelte Pensum. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lauern etwa dreißig Programme auf ihre Zuschauer; bald schon werden es hundert oder sogar tausend sein. Das digitale Zeitalter wirft seinen gewaltigen Schatten, die schnöde Realität ist besiegt; der Independence Day naht.

Der Gütersloher Drucker und Lithograph Carl Bertelsmann ahnte wenig von den schönen neuen Sinnwelten des ausgehenden 20. Jahrhunderts, als er im Jahr 1835 einen kleinen Verlag für religiöse Erbauungsliteratur gründete; auch nicht, daß seine Nachfahren sich einst zu Europas größtem Werbeträger aufspreizen, und nicht, daß sie sich für den Preis von 850 Millionen Mark schließlich sogar mit dem ebenso religiösen Nürnberger Kaufmann Leo Kirch verbünden würden, um den schönen Traum vom digitalen Zeitalter mit bunten Bildern zu füllen. Und nahezu alle sind sie heute dazu bereit, den beiden großen deutschen Visionären auch die letzten juristischen Schlösser und Riegel zu öffnen: Minister- und Verbandspräsidenten, Finanz- und Industriekapitäne, Landesmedienanstalten, Abgeordnete und Lobbyisten, Beratungsgremien, Kommunikationsräte und Rundfunkausschüsse (nachzulesen bei Manfred Buchwald: "Medien-Demokratie. Auf dem Weg zum entmündigten Bürger", Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 1997).

Da wird alles andere klein und bedeutungslos. Ob Bedenken gegen die Kartellbildung, der Vorbehalt gegen den wechselseitigen Besitz (crossownership) der Giganten oder die schwindende staatliche Kontrolle der Programminhalte und Finanztransfers - kein demokratisches Opfer scheint demgegenüber zu hoch. Die beispiellose Machtkonzentration auf dem privaten Medienmarkt, elegant geschminkt als "Deregulierung", ist staatlich gewollt. Schon heute kontrollieren die Kirch-Gruppe und CLT-Ufa fast neunzig Prozent des privaten Fernsehmarktes.

Sponsoren dieses gewaltigen Projektes sind die Werbewirtschaft und der Steuerzahler. Doch während die Werbung im vergangenen Jahr mit einem Etat von insgesamt 6,3 Milliarden Mark für 1,5 Millionen TV-Spots sehr durchsichtig kalkuliert, liegt der Anteil des Normalbürgers an der Subvention des kommenden Zeitalters im dunkeln, genauer: unter der Erde. Denn daß deutsche Steuerzahler in den achtziger Jahren ungefragt einen zweistelligen Milliardenbetrag für die Verkabelung ihrer Wohnstuben bezahlen mußten, wurde in der bundesdeutschen Demokratie ja nie ernsthaft debattiert.

Je weniger sich die schönen Technotope der Unterhaltungsindustrie auf ein vorhandenes Volksbedürfnis stützen konnten, desto stärker bemühte und bemüht man sich heute um ein positives Image der politisch als unverzichtbar betrachteten Revolution der neuen Medien. "In der europäischen Öffentlichkeit einen Enthusiasmus - ja, Enthusiasmus - für die Chancen der Multimediaevolution zu wecken", verkündete NRW-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement auf dem Kölner Medienforum, dies sei die Aufgabe der Zukunft.

"Revolution", "Evolution" - dem Publikum derlei schmackhaft zu machen ist schon schwierig genug. Ihm gar so unkulinarische Begriffe zu verkaufen wie "Digitalzeitalter", "Multimediakultur", "Datenautobahn" oder "Informationsgesellschaft", das vollbringen nur wirklich begnadete Propheten und Semantiker.

Das offensichtlichste Manko an der Rhetorik der Zukunftslobbyisten ist der offensichtlich völlig falsche Gebrauch der Begriffe "Medien" und "Kommunikation" im Kontext mit dem Fernsehen. Zunächst einmal ist das Wort "Medien" viel zu schwach, um die tiefen Veränderungen zu kennzeichnen, die sich derzeit vor aller Augen vollziehen. Abgesehen davon, daß die sogenannten "neuen Medien" nicht völlig neu sind und immer älter werden, sind sie im Fall des Fernsehens beim besten Willen eben keine Medien, also "Mittler" beziehungsweise "Austauscher". Die Gegenrede des Fernsehzuschauers wird die Rede der Fernsehmoderatorin auf dem Bildschirm in keiner Weise beeinflussen. Warum also von Kommunikation, das heißt "Verständigung" reden, wenn man sich gar nicht miteinander verständigt?

Ein weiteres und augenscheinlich noch schwierigeres Problem liegt in der berühmten Frage nach dem Sinn. Nun gut, es gibt heute elektronische Technologien der Datenspeicherung, des Datentransports und der Datenverarbeitung, die ein neues Fernsehen ermöglichen. Die digitale Technik erlaubt in Kürze mehr als hundert, vielleicht sogar tausend verschiedene Programme. Doch daß der Fernsehzuschauer in Zukunft vom "TV-Terminal" aus Dönerkebab ordert, sich an der "Verbotenen Liebe" erfreut und dabei Bankgeschäfte erledigt - wen soll diese von Clement so emphatisch nachgeredete Kleinkinderutopie eigentlich glücklich machen?

Wen interessieren tausend verschiedene, wenngleich kaum unterscheidbare Fernsehprogramme, eine synthetische Lebenswelt aus Homebanking, Otto Versand und bezahltem Spielfilm- beziehungsweise Sportangebot? Welcher Rentner, statistisch der bedeutsamste Fernsehfreund, träumt denn davon, "sein eigener Programmdirektor zu sein"? Erhöhte Programmzahl, vernetzter Medienverbund, freie Programmgestaltung: lauter Antworten auf nie gestellte Fragen!

Man muß durchaus kein Fortschrittsfeind sein, um ernsthafte Zweifel am Sinn dessen zu hegen, was hier mit einem Werbeaufwand in dreistelliger Millionenhöhe für eine staatliche wie private Investition in Milliardenhöhe propagiert wird. Die Frage ist nur, welchen Fortschritt man sich wünscht. Daß ohne die Einführung des Privatfernsehens vor zwölf Jahren und ohne die Digitalisierung heute in Deutschland sich gewiß kein Volksaufstand ereignet hätte, ist sicher. Der überaus dürftige Zuspruch der Zuschauer zum ersten deutschen Digitalsender DF 1 belehrt ebenso unmißverständlich darüber wie die seit Jahren konstante Zuschauerzahl des Fernsehens überhaupt. Und daß die Klientel der 14- bis 29jährigen - eine televisuelle Randgruppe, um die so sehr gebuhlt wird, daß man beim Blick in die Layouts der Programme den Eindruck gewinnt, sie sei die Hauptzuschauerschaft - mittlerweile am wenigsten fernsieht, weckt weitere Zweifel am Fortschrittspathos.

Ein nicht minder holpriger Versuch, das Engagement von Medienwirtschaft und Politik gesellschaftlich zu rechtfertigen, ist die kühne These, der Fernsehfreund wünsche einen Zuwachs an Information und Meinungsvielfalt. Auch diese Unterstellung läßt sich leicht anzweifeln, etwa mit dem Hinweis darauf, daß das Programmangebot aller Fernsehsender bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt siebzigmal so hoch ist wie die Nachfrage; und darauf, daß der Slogan von "mehr Meinungsvielfalt" völlig absurd ist, weil sich die Programme nicht durch eine entsprechende Anzahl bedeutsamer oder origineller Meinungen unterscheiden werden - die bestehenden tun dies ja auch nicht.

Allein, solche Einwände sind ein bißchen schlicht, verglichen mit der Frage, die tatsächlich ans Eingemachte geht: Seit wann will der deutsche Fernsehzuschauer tatsächlich "Information" und "Meinungsvielfalt"? Keine Umfrage, die nicht eindrucksvoll bestätigte, daß die Hauptfreude des Fernsehzuschauers in der Unterhaltung und nicht in der Bildung liegt. Und was die so oft dagegengestellten Nachrichtensendungen betrifft, inwiefern dienen sie denn tatsächlich der Bildung?

Es ist nicht ganz leicht zu sagen, wozu und zu welchem Ende der deutsche Fernsehzuschauer die "Tagesschau" sieht. Ein Grund dafür könnte sein, daß er die Illusion der Informiertheit liebt und irgendwie psychisch befriedigt ist, wenn tagtäglich, pünktlich um acht, die Küche der Weltpolitik in fünfzehn Minuten durchgefegt wird. Wen stört da schon, daß man eigentlich nichts weiß, wenn man weiß, wie der DGB-Vorsitzende heißt und wie die amerikanische Außenministerin aussieht. Aber es gibt sicherlich auch noch andere Vorteile, etwa die Lust am Nichtbetroffensein, wenn irgendwo anders Dämme ein- und Seuchen ausbrechen. Und zu guter Letzt haben wir alle noch immer unseren Spaß am "Echten". Denn "echte" Ereignisse haben im Fernsehen bekanntlich Seltenheitswert, weil man Echtheit eigentlich nicht braucht. Der Zuschauer gruselt sich ja auch vor künstlichen Vampiren, leidet mit unecht verliebten Schauspielern.

Der Verfassungsauftrag zur Information ist ebenso uneinlösbar wie der vermeintlich ethische Impuls der Aufklärung. "Fernsehethik" - das Wort klebt im Mund. Kaum ein Begriff, mit dem sich vergleichbar bequem Schindluder treiben läßt. Von Fernsehethik sprechen alle, Medienmogule ebenso wie die linken Aufklärer, die einst von der Befreiung des Menschen durch die Technik träumten und heute jeden harmlosen PC als heimtückische Entfremdungsmaschine enttarnen. Sie pochen auf Inhalte, qualitativ hochwertige Inhalte. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen als universelle Volkshochschule zur Aufklärung der Massen - eine schöne Vision und so herrlich der Welt entrückt. Schade nur, daß es so wenige konservativ-linke Visionäre gibt, und noch bedauerlicher: daß sie selbst nach eigenem Bekunden so wenig fernsehen.

Was eigentlich, so wäre zu fragen, stört diejenigen, die ohnehin kaum fernsehen, eigentlich daran, daß diejenigen, die gerne fernsehen, so viel Mist sehen? Daß das deutsche Volk via Fernsehen "verdummt" werde, ist ja weder besonders originell noch richtig. Wer das tatsächlich glaubt, setzt immerhin voraus, der Bürger sei zu einem früheren Zeitpunkt intelligenter gewesen - eine historisch gewagte These. Und sollte der deutsche Fernsehfreund tatsächlich von jener Intelligenz sein, die manch öffentlich-rechtlicher Propagandist ihm unterstellt, warum traut er ihm dann nichts zu?

Warum muß er durch gute Programme davor geschützt werden zu verdummen? Man könnte ihn ja auch zum Zeitunglesen anregen, was allemal die anspruchsvollere Tätigkeit ist. Daß der Mensch klug, weise und einsichtig sei, ist deshalb auch vielmehr ein Slogan der Privaten. So klug, weise und einsichtig nämlich, selbst zu entscheiden, was er sehen möchte und welche Gebühren für welchen Fernsehgenuß zu zahlen er bereit ist.

Diejenigen, die vorgeben, besonders gute Programme zu machen, halten ihre Zuschauer für unmündig und dumm, und diejenigen mit den anerkannt schlechteren Programmen für einsichtig und klug. Bei so viel Mürbeteig in der Argumentation wundert es im Grunde nicht, daß fortschrittliche Intendanten wie Fritz Pleitgen längst ihren Frieden mit den Privaten gemacht haben und daß der jüngste Rundfunkstaatsvertrag den vermeintlich zersetzenden oder gar pornographischen Fernsehmogulen ein "Tempolimit bei 260" bescherte, so hat es Helmut Thoma empfunden, der RTL-Chef, der gern redet, wovon er weiß.

Wen soll das öffentlich-rechtliche Geraune von der "Entpersönlichung des einzelnen", dem "Ende der Schrift- und Lesekultur", der "Zukunftsgesellschaft der isolierten, sprachlosen und entmündigten Bürger", dem "Untergang abendländischer Geistestraditionen", einer "Krise der parlamentarischen Demokratien" und der "Trivialisierung durch Digitalisierung" noch fesseln, wenn die Verwalter von Rundfunkgebühren, Traditionen und Moral im nachhinein froh sind, wenn man sie daran teilhaben läßt: ein schmaler Vorrat an Ethik für einen gewaltigen Verbrauch an Moral. Daß eine öffentlich-rechtlich geführte "Klinik unter Palmen" nicht besser ist als ein privates "Schloß am Wörthersee", erübrigt die Diskussion.

Der einzige wirklich überzeugende Sinn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfte wohl darin liegen, in der fortwährenden Inszenierung des Scheiterns an den selbstgestellten Ansprüchen die notwendige Diskussion um den Sinn des Fernsehens aufrechtzuerhalten. In der Zwischenzeit regiert der Persönlichkeitsverlust auf Zeit als Genußform auf allen Fernsehkanälen, mit und ohne Gebühr. Das "Ich", so verrät die Medienwissenschaft, wird der hingebungsvolle Fernsehfreund sowieso los. Zwar wußte bis heute keiner so ganz genau, was ein "Ich" ist, aber sein Verlust, so scheint es, ist erstens nichts Gutes und steht zweitens unmittelbar bevor. Und es scheint, daß die abendländische Kultur einschließlich ihrer Philosophie ihr "Ich" schneller verliert, als sie es erkennt.

Wie dies im einzelnen funktioniert, weiß man heute recht genau. Schablonen, Raster und Surrogate besetzen das große Loch, das man Selbstbewußtsein nennt. Statt Fernsehen wie im wirklichen Leben gibt es Leben wie im wirklichen Fernsehen. Nahezu jeder Teenie kann sich jetzt und in Zukunft nicht nur wie in der "Verbotenen Liebe" fühlen, sondern alsbald dort interaktiv mitagieren. Vom "Erkenne dich selbst" der Philosophie über das "Sei du selbst" der Psychoanalyse bis zum "Spiele dich selbst" ist es heute nur noch ein kleiner Schritt. Ob Frank Elstner, der einen Herrenausstatter spielt, der einen Quizmaster spielt, der Elstner spielt, oder Hans Meiser als Hans Meiser in "Hans Meiser" - gemeinsam verkünden sie die gleiche Botschaft: Es gibt kein falsches Leben im richtigen Fernsehen.

Natürlich verändert dies alles das Bewußtsein. Warum auch nicht? Zum einen erfreut sich der bislang unaufhaltsame Aufstieg des Fernsehens zur subjektivierten Glaubensmacht der modernen Welt breiter Zustimmung in der Bevölkerung; zum anderen bleibt die Frage, ob der in der Oberflächenästhetik des Fernsehens zerstörte Sinn für die Tiefenschärfe überhaupt erforderlich ist. Wenn heute Mediengiganten wie Kirch und Bertelsmann Milliardensummen für ein waghalsiges Zukunftsprojekt ausgeben, von dem völlig offen ist, ob es sich ökonomisch rentiert, steckt dann nicht tatsächlich mehr soziologischer Hintersinn dahinter als schnöde Profitgier? Gewiß, auch Medienmacher leben in einer Medienwelt und sind Gefangene ihrer selbst. Doch der Milliardenpoker wäre trotz allem nicht mit Optimismus zu spielen, schliche sich nicht durch die Hintertür ein gesellschaftlicher Sinn in die große Medienutopie vom digitalen Zeitalter: die Befriedung der Gesellschaft durch ihre Befriedigung - eine zeitgemäße Bestätigung der Erkenntnis Pascals, alles Übel in der Welt rühre allein daher, daß die Menschen nicht ruhig in ihrer Stube sitzen bleiben könnten.

Noch immer verzichtet die Fernsehkritik gern darauf, die Summe vorgeblich verblödeter Zuschauer und vom Fernsehen verursachter Massaker gegen die soziale Befriedung der westlichen Arbeitslosigkeitsdemokratien aufzurechnen. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat es so viele Erwerbslose gegeben - und noch nie war der Widerstand gegen das politische Selbstverständnis des Staates so gering. Arbeitslose, Rentner, Frührentner und Sozialhilfeempfänger, so beweist die Medienforschung, sind die mit gebührendem Abstand größte Fernsehklientel. Wie blind muß man als Medienkritiker eigentlich sein, das Wechselverhältnis von Fernsehkonsum und politischem Frieden zu übersehen?

Das einzig Eigentümliche an dieser Entwicklung ist, daß sich niemand offiziell zu ihr bekennt. Leo Kirch und CLT-Ufa eine solche Befriedungsstrategie zu unterstellen heißt, ihr Verantwortungsgefühl und ihre politische Weitsicht zu überschätzen. Doch auch ihre politischen Lobbyisten, von Bangemann bis Möllemann, leiden unter einem erschreckenden Mangel an sozialen Visionen. Daß, wie Neil Postman gezeigt hat, sich heute Menschen "zum ersten Mal in der Geschichte daran gewöhnen, statt der Welt ausschließlich Bilder von ihr ernst zu nehmen", ist eine glänzende Analyse. Doch wo finden sich die politischen Streiter der Fernsehzukunft, die endlich Postmans kurzsichtige Schlußfolgerung, dies alles taste "das gesellschaftliche Fundament der Demokratie an", entschieden widerlegen? Wer täglich mehrere Stunden fernsieht, wird vielleicht nicht gerade schlauer, aber doch alles in allem zufriedener. Der erwerbslose Fernsehfreund nämlich weiß, daß es vielen anderen noch dreckiger geht und daß sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird.

Hunger, Krieg und soziale Ungerechtigkeit - die ganz alten Fragen der ganz neuen Zeit werden nicht gelöst, sondern weggezappt. Beim Reality TV, einen Knopf weit entfernt von "Bayern München gegen Boca Juniors Buenos Aires", dem "Glücksrad" oder "Jeder gegen Jeden", löst sich der Krampf des Ernstes. Und während Rentnerinnen sich in die sanften Hände des Frauenarztes Sascha Hehn sehnen, junge Mädchen hoch gestelzt von Verbotener Liebe träumen, Kinder mit den Turtle Heroes spielen und arbeitslose Männer als durchtrainierte Ninja-Cops im Kampf gegen Nazis und Klingonen endlich einer gesellschaftlich wichtigen Beschäftigung nachgehen können, vermischen sich Realität und Fiktion zu lähmender Süße.

So fieberten Millionen zufriedener Zuschauer an deutschen Bildschirmen bei den packenden Finalkämpfen im Europacup. Während Dortmund und Schalke sich zum Pokaltriumph rackerten, schauten sie gebannt auf die Übertragung. Alle? Alle bis auf eine Million. Die nämlich verfolgte lieber die Übertragung der Übertragung im Parkstadion und im Westfalenstadion, live und lebensecht im WDR-Fernsehen.

Irgendwie erschien es ihnen so realer.