Durch die erfreuliche Zunahme von landwirtschaftlichen Betrieben, die sich der biologisch-dynamischen Methode verpflichten und Schlachtvieh unter natürlichen Bedingungen aufziehen, ist es für den Konsumenten leichter geworden, qualitativ gutes Fleisch zu finden. Der Unterschied zu Fleisch aus Massentierhaltungen ist eklatant! Schweineschnitzel, die in der Pfanne nicht einlaufen, Hühner, die nicht labbrig sind, und Kalbfleisch ohne Hormone - das kann sich heute jeder besorgen, der Wert auf besseres und gesünderes Essen legt. Die Entdeckung, daß ein Kalbsbraten nicht trocken und faserig sein muß, gehört zu den angenehmen Überraschungen, die es für uns Verbraucher noch gibt.

Bei meinen Eßgewohnheiten kommt dabei den Hühnern eine große Bedeutung zu. Als ich das erste schwere Huhn mit einem Gewicht von über zwei Kilo auf dem Markt der nahen Kreisstadt kaufen konnte, anständig ernährt und ohne Streß groß geworden, begann ein neuer Abschnitt in meiner Alltagsküche. Denn ein Huhn ist nicht nur sehr bekömmlich, es läßt sich auch vielfältiger zubereiten als jedes andere Fleisch.

Nun ist ein so schweres Huhn für einen Einzelesser eindeutig zu groß. Um bei einer Mahlzeit mit ihm fertig zu werden, braucht man mindestens vier Personen, aber auch fünf werden davon leicht satt. Allerdings läßt es sich auf zwei Tage verteilen, und es kann auch für ein ganzes Wochenende reichen, ohne daß man sich gelangweilt fragt: Was, schon wieder Huhn? Das gab es doch erst gestern.

Dazu zerlege ich das Huhn erst mal in sechs Teile: die beiden Keulen, die beiden Flügel, die Brust in einem Stück mit dem Knochen, auf dem sie sitzt, und der Rücken. Die Keulen werden leicht eingeölt und auf einem Teller unter einer Folie in den Kühlschrank gestellt. Dort halten sie sich, wenn es sein muß, zwei Tage.

Hühnerbrust mit Zwiebeln und Ingwer

Mit dem schweren Kochmesser, das ich schon benutzt habe, um die Karkasse des Huhns in Rücken und Brust zu teilen, hacke ich nun die Brust quer in drei Teile. Auch der Rücken wird in Stücke zerkleinert und die Flügel an den Gelenken zerteilt. Sie und die Rückenteile brate ich in einem schweren Topf in Öl käftig an. Dabei salzen und 1 EL geschrotete schwarze Pfefferkörner anstreuen. Während die Teile bei flotter Hitze schön braun werden, bereite ich folgendes vor: