Jobs, Jobs, Jobs - kein Thema beschäftigt die Deutschen mehr als die Frage, wie der dramatische Verlust von Arbeitsplätzen gestoppt werden kann.

7,6 Millionen Stellen fehlen mittlerweile, jeder siebte Mensch im erwerbsfähigen Alter hat keinen regulären Job. Längst mußte Bundeskanzler Helmut Kohl sein vollmundiges Versprechen revidieren, bis zum Jahr 2000 die Zahl der Arbeitslosen zu halbieren. Trotz des Dollarhöhenfluges und einer leichten Konjunkturerholung scheint bis auf Weiteres wenig Besserung in Sicht: Auf die jüngste Umfrage des Kölner Institutes der deutschen Wirtschaft (IW) gab nur eine einzige von 41 Branchen die Auskunft, sie werde künftig mehr Menschen beschäftigen als im Vorjahr. In 13 soll die Zahl unverändert bleiben, in 27 sogar schrumpfen.

Grund genug, nachzufragen, wer in den klassischen Branchen hierzulande überhaupt noch Beschäftigung in großem Maße bietet: Wer sind die großen industriellen Arbeitgeber der Bundesrepublik? Wo machen sie heutzutage ihr Geschäft? Wo investieren sie heute, wo werden sie also künftig Gewinne machen und wohl auch Arbeitsplätze schaffen?

Das Ergebnis der diesjährigen ZEIT-Untersuchung: Die hundert größten Arbeitgeber aus den Bereichen Industrie und Transport decken sich nur zum Teil mit den klassischen hundert Großen, den umsatzstärksten Unternehmen.

Zwar spielt sich in beiden Spitzengruppen ein ähnliches Kopf-an-Kopf-Rennen bekannter Riesen ab: Den höchsten Umsatz machte im vergangenen Jahr Daimler-Benz, gefolgt von Volkswagen, Siemens, Veba und RWE. Die meisten Menschen hingegen beschäftigt Siemens, gefolgt von Daimler-Benz, der Deutschen Bahn, der Post und Volkswagen.

Auf nachfolgenden Rängen verändert sich die Reihenfolge weitaus deutlicher.

So gibt es unter den großen Arbeitgebern über dreißig Unternehmen, die in den klassischen Umsatz-Rankings nie erwähnt werden: Elektrotechniker wie Vorwerk, Miele oder Varta, Zulieferer wie Behr oder Softwarehersteller wie SAP. Dafür tauchen Mineralölfirmen wie Shell oder Esso nicht mehr auf - denn sie setzen zwar viel um, bieten jedoch vergleichsweise wenig Arbeitsplätze. Fehlen müssen in diesem Ranking auch die vielen kleineren Mittelständler, bei denen nach wie vor die meisten Deutschen arbeiten.