Auf die herannahende Wissensgesellschaft sind sie psychisch bestens vorbereitet - Golfer, selten zufrieden mit sich, immer bereit zu Neuem. Wo alle ihr Leben lang lernen sollen, lehrt sie ihr Sport längst, daß das Leben eine ständige Schule ist. Ob Griff, Stand, Schwung, ob Putten, langes oder kurzes Spiel, immer lockt die Vollendung und bleibt doch stets Illusion.

Sisyphos lebt auf dem Golfplatz. Nur rollt seine Last nie in erwarteten Bahnen, sondern meistens dorthin, wohin sie nicht gehört.

Weil Golfspielen lernen heißt, blüht die einschlägige Didaktik. Die Ratgeber für alle (Golf-)Lagen sind Legion. Und immer begleitet Hoffnung die Lektüre: Was auf dem Platz nur selten gelingt, läßt sich vielleicht durchs Studium im stillen Kämmerlein aneignen. "Das perfekte Bunkerspiel" etwa, wie es die Golflegende Gary Player seit über zwei Jahrzehnten vorexerziert. Vieles, was der Durchschnittsspieler schon immer über die Beherrschung der tückischen Sandhindernisse wissen wollte, und manchen Trick, der ihm nie gelingen wird, bringt ihm der Südafrikaner in Zeitlupenaufnahmen und inspirierenden Texten nahe. Für den Nutzwert der Bunkerfibel bürgt der Name Player freilich nicht.

Der "beste Bunkerspieler der Welt" hat sein Können nicht beim Lesen, sondern bei endlosem Üben erworben.

Brauchbarere Tips gibt Severiano Ballesteros. Der aggressive Spanier, der selber gern über die Stränge schlägt, kennt sich aus mit den "Trouble Shots", die er in seinem gleichnamigen Buch vorführt. Aus dem Wasser, über Bäume und Büsche - Severiano überwindet elegant alle Schwierigkeiten. Aber ob sein Vorbild schwere Schläge wirklich leicht macht, wie das Buch es mit vielen lehrreichen Szenen verspricht?

Erfolgversprechender als Ballesteros' Hinweise für die Haltung von Körper und Schläger ist allemal sein Ratschlag für den Kopf: Nie daran denken, wie ein schwieriger Schlag zu verpatzen ist, vielmehr Optimist bleiben und die Grüns samt Fahne im Auge behalten.

Echte Hoffnung könnte Malcolm Campbells "Golf Technik Perfekt" verbreiten.