Die Jahrhundert-Steuerreform ist gescheitert und damit auch alle Hoffnung auf eine ökologische Steuerreform. Sind Sie sehr frustriert?

GÖRRES: Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Es war wohl zuviel erwartet, daß dieses Vorhaben auf Anhieb gelingt zumal bei einer Regierung, die auch viele andere vernünftige Reformvorschläge lange Zeit gar nicht zur Kenntnis nehmen wollte. Im übrigen: Angesichts der Tatsache, daß die Ökosteuer-Diskussion ernsthaft erst vor zehn Jahren begonnen hat, sind wir in der Debatte schon sehr weit gekommen.

Gute Ideen verlangen also bei ihren Promotoren einen besonders langen Atem?

GÖRRES: Richtig, weil man die Bürger auf große Umorientierungen sorgfältig vorbereiten muß. Die kann man nicht nur mit der Geldnot des Finanzministers begründen.

Das Ende der ökologischen Steuerreform geht nicht zuletzt auf das Konto der Unternehmensverbände. Sie als Unternehmensberater streiten für das Projekt.

Warum?

GÖRRES: Die Mehrzahl meiner Kunden sind Mittelständler in Sanierungsphasen.