Politiker haben es wirklich nicht leicht. Schon gar nicht christliche.

Die wollen schließlich für alle das Beste: für Unternehmer, für Arbeitnehmer, für Rentner - und nicht zuletzt für sich selbst.

Jahrelang haben sie deshalb Lohnverzicht gepredigt. Das helfe schließlich nicht nur den Unternehmen, sondern Arbeitnehmern gleichermaßen. Je weniger Geld der einzelne kriegt, um so mehr Leute könnten die Unternehmen einstellen. Zugegeben: Es hat lange gedauert, bis die Arbeitnehmer die Botschaft verinnerlicht und entsprechend gehandelt haben. Inzwischen jedoch freuen sich die braven Lohnempfänger über einen neuen Kollegen sogar mehr als früher über ein neues Auto.

Was aber haben die Christdemokraten jetzt von ihrem schönen Erfolg? Statt Freude nur Ärger mit den Rentnern. Je niedriger die Lohnsteigerungen nämlich sind, desto geringer fallen auch die Zuwächse bei den Renten aus. Doch selbst diese paar Mark mehr könnten im nächsten Jahr ausbleiben.

Das kommt so: Ein bißchen wollte die Union mit ihrer Rentenreform auch bei den Rentnern sparen. Allerdings so, daß die das gar nicht erst merken. Kommt die Rentenreform aber, wie neuerdings geplant, schon 1998, droht ausgerechnet im Wahljahr auch bei den Renten eine Nullrunde - dank der neuen Bescheidenheit der Arbeitnehmer.