Thomas Assheuer: "Im Prinzip ohne Hoffnung", ZEIT Nr. 30

In Sachen "Zweite Moderne" ist ein Vaterschaftsstreit ausgebrochen. Der Autor schreibt, diesen Begriff habe Heinrich Klotz Anfang der neunziger Jahre geprägt. Jedoch auch hier gilt: Pater semper incertus. "Auf dem Weg in die Zweite Moderne" lautet - ausformuliert - der Titel der neuen Suhrkamp-Reihe.

"Auf dem Weg in eine andere Moderne" lautet der Untertitel meines 1986 erschienenen Buches "Risikogesellschaft". Auch dort wird schon zwischen "einfacher" und "reflexiver Modernisierung", "erster" und "zweiter Moderne" unterschieden - wie in allen Büchern, die danach kommen.

Prof. Dr. Ulrich Beck (Ludwig-Maximilians-Universität), München

Welch eine klare und sprachlich feine Darstellung der gegenwärtigen Problematik. Dazu, zur Abrundung, noch die Murschetz-Karikatur "Radikales Leichtern". Nur beim genauen Hinschauen: Die See, in der die Sozialstaat-Boote aufsetzen, ist ganz sicher nicht spiegelglatt.

Gerhard Rella, Wien

Mir bleibt es unerklärlich, wie in unserem Obrigkeitsstaat jemand von individueller Freiheit sprechen kann. Hieraus spricht doch lediglich ein unmündiges "Sicherheitsdenken" in allen Lebensbereichen, welches durch totale Übersozialisierung unserer Gesellschaft zum immanenten Zwang pervertiert wurde, der bewußt schon gar nicht mehr empfunden wird. Daher diese ständige ratlose Unfähigkeit zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung. Wir entwickeln uns rapide hin in Richtung zu einer Art "Kindergartengesellschaft", die nach Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse durch Vor- und Fürsorge wenig weiter gehende Freiheitsbedürfnisse empfindet. Und da Kinder allein in der Gegenwart leben, antworten sie auf die Frage nach dem "wie" natürlich: "so wie bisher". Hauptsache, "Vater Staat" paßt immer gut auf!