Der Kursrutsch an der Wall Street am vergangenen Freitag hat zeitweilig auch den Höhenflug an den anderen Weltbörsen gestoppt. Fast überall machte sich Angst vor steigenden Zinsen breit. Tatsächlich sind die Renditen auf den Weltmärkten partiell gestiegen. Trotz dieser negativen Vorgaben hat sich der deutsche Aktienmarkt bisher noch als erstaunlich stabil erwiesen. Größere Abgaben fanden bisher nicht statt, wie sich unschwer an den mäßigen Umsätzen erkennen läßt. Allerdings ist auch die Kaufneigung gering. Die Anleger halten ihr Pulver in Erwartung tieferer Einbrüche noch trocken. Für Bewegung an den Märkten sorgte in der Hauptsache allein der an Umsätzen interessierte Berufshandel. Da die Bilanz- und Hauptversammlungssaison sich ihrem Ende nähert, bezieht er seine Anregungen aus der nach wie vor herrschenden Fusionsphantasie wie etwa im Falle von Krupp. Von der Währungsseite gingen kaum noch Anregungen aus. Darauf deutet vor allem die stagnierende Notierung der Autowerte. In der Erwartung, daß sich in der Bauwirtschaft das konjunkturelle Tief seinem Ende nähern wird, gab es hier in Teilbereichen vorsichtige Meinungskäufe.

AU:K.W.