KOBLENZ. - Nur Bismarck übertraf ihn.Kaiser Wilhelm I. mußte sich mit - siehe Karte - 232 Denkmälern begnügen.Das war in der Hoch-Zeit des Deutschen Reiches.Dann wurde Deutschland klein und kleiner, es wurde gebombt, gesprengt und abgerissen, und schließlich standen nur noch 43 Wilhelms rum. In Altona vor dem Rathaus beispielsweise gibt es einen, in Biberach auch, in den neuen Bundesländern natürlich keinen - muß ja auch nicht sein, die alten haben ja auch keinen Thälmann und keinen Lenin.In Koblenz kann sich der geneigte Leser eine lehrreiche Ausstellung anschauen, im Mittelrhein-Museum bis zum 31.August: "Ein Bild von Erz und Stein, Kaiser Wilhelm am Deutschen Eck und die Nationaldenkmäler".Im Katalog (19,80 Mark) fanden wir das schöne Zitat von Robert Musil, dem österreic hischen Schriftsteller, aus dem Jahre 1936: "Denkmale haben außer der Eigenschaft, daß man nicht weiß, ob man Denkmale oder Denkmäler sagen soll, noch allerhand Eigenschaften.Die wichtigste davon ist ein wenig widerspruchsvoll.Das Auffallendste a n Denkmälern ist nämlich, daß man sie nicht bemerkt." Nun, den guten Wilhelm bemerkt man, wo es ihn noch gibt.Und, wie gesagt, über Bismarck stolpert man allerorten und viel häufiger - nur nicht in den neuen Bundesländern.