Kuren sind teurer geworden. Wer seinen Körper regenerieren und Krankheiten vorbeugen will, muß seit dem 1. Juli mehr zu den Kurleistungen zuzahlen.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 8,6 Millionen Besucher in den deutschen Kurorten verzeichnet. Rund 1,5 Millionen davon waren Sozialkurgäste, das heißt, ihre Kur wurde von der Kasse oder der Rentenversicherung bis auf einen Eigenanteil bezahlt. Ebenfalls rund 1,5 Millionen Gäste kamen zu ambulanten Kuren. Sie haben ihren Aufenthalt selbst finanziert, aber von der Kasse einen Zuschuß erhalten. Den größten Teil der Gäste in Kurorten - 1996 waren dies immerhin sechs Millionen - bilden Urlauber, die ihre Anwendungen, sofern sie welche machen, selbst bezahlen.

Bereits vor den Gesetzesänderungen hat sich die Zahl der Besucher in Bädern und Kurorten von 1995 zu 1996 um 7,4 Prozent verringert. In der ersten Jahreshälfte 1997 ist sie noch weiter zurückgegangen. Viele, gerade chronisch Kranke seien so verunsichert, daß sie nicht einmal einen Antrag bei ihrer gesetzlichen Kasse stellten, so die Erfahrungen des Deutschen Bäderverbandes.

Bei stationären Kuren muß der Patient seit dem 1. Juli 25 Mark in den alten und 20 Mark in den neuen Bundesländern pro Tag zuzahlen. Ist die Kur einem Krankenhausaufenthalt gleichzusetzen, wie zum Beispiel bei einer stationären Rehabilitationskur, muß der Versicherte 17 Mark (in den neuen Ländern 14 Mark) beitragen, jedoch nur 14 Tage lang.

In der Regel zahlt die Rentenversicherung den Aufenthalt, wenn die Arbeitskraft des Patienten dadurch erhalten oder eine Frühpensionierung verhindert wird, während die Kur eines Nichtberufstätigen meist von der Kasse bezahlt wird.

Bei ambulanten Kuren zur Vorsorge oder zur Rehabilitation zahlt der Gast seinen Aufenthalt selbst, kann aber je nach Kasse einen Zuschuß von bis zu 15 Mark pro Tag bekommen. Da dieser Zuschuß nicht gesetzlich festgeschrieben ist, wurde er bereits von verschiedenen Kassen gestrichen. Bezahlt werden die Kosten für einen Badearzt sowie 85 Prozent der Anwendungen und verordneten Heilmittel.

Auch Mutter-Kind-Kuren sind teurer geworden. Frauen müssen jetzt täglich 17 Mark (neue Länder: 14 Mark) aus eigener Tasche beisteuern. Sowohl bei stationären als auch bei ambulanten Kuren wurde der zeitliche Abstand zwischen zwei Aufenthalten von drei auf vier Jahre verlängert und die Regelkurdauer von vier auf drei Wochen verkürzt. In manchen Fällen sind Ausnahmen möglich.