ZEIT: Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist erschüttert. Vor allem jüngere Erwerbstätige glauben nicht mehr, daß ihre Rente sicher ist. Kann solch ein angeschlagenes System überhaupt überleben?

Rische: Das wichtigste Kapital der gesetzlichen Rentenversicherung ist in der Tat das Vertrauen in ihre Zukunftsfähigkeit. Ich glaube aber nicht, daß die Menschen dem System generell mißtrauen. Vielmehr ist die Glaubwürdigkeit der handelnden Politiker stark angekratzt.

ZEIT: Die Blüms und Dreßlers allein zu schelten löst das Problem auch nicht.

Rische: Hinzu kommt eine weitverbreitete Angst vor der Zukunft. Die ist ja in vielen Bereichen zu spüren. Das wirkt sich natürlich auch auf uns aus.

ZEIT: Tatsache bleibt, daß ohne private Vorsorge vielen Armut im Alter droht.

Rische: Private Altersvorsorge ist wirklich nichts Neues. Die ist in unserem Drei-Säulen-Modell schon immer vorgesehen: Hauptsäule ist die gesetzliche Rente, eingerahmt von betrieblichen Leistungen und eigenen Sparanstrengungen, welcher Art auch immer.

ZEIT: Banken und Versicherungen verkaufen derzeit also nur alten Wein in neuen Schläuchen.