Haben die Aufständischen auf der Komoreninsel Anjouan wirklich geglaubt, sie könnten am Rad der Zeit drehen und einfach wieder ein Teil Frankreichs werden? Wohl doch nicht. Denn schon eine Woche nach Ausbruch der Unruhen geben ihre Sprecher zu, daß die Anschlußerklärung bloß ein Versuch war, den erbärmlichen Lebensumständen auf Anjouan ohne blutige Repressionen von der Hauptinsel Grande Comore zu entkommen.

Anjouan ist eine von drei Inseln, die den politisch instabilen Staatsverband der Komoren bilden. Den 600 000 Einwohnern geht es schlecht, vor allem auf Anjouan. Dort sind die Menschen jung, leiden an Platzmangel, an Unterernährung und einer Arbeitslosigkeit von neunzig Prozent.

Die Verbindung mit Frankreich ist eng. Jeder siebte Komorer lebt im ehemaligen Mutterland. Frankreich aber zeigte die kalte Schulter, es hat sein Interesse am fernen Sprengel im Indischen Ozean verloren. Der Unterhalt für die verbliebenen Splitter des französischen Kolonialreichs kommt teuer genug und hilft den Empfängern nur wenig: Auf der Insel Réunion unweit der Komoren etwa liegt die Arbeitslosigkeit bei 42 Prozent. Vom Glanz des Empire bleibt nur der Schatten.