Während die Schweizer Wirtschaft nun im siebten Jahr kaum wächst, lassen Manager der großen Konzerne die Korken knallen: Jetzt schließt sich die älteste der drei Großbanken, die Gruppe Credit Suisse, mit der Winterthur-Versicherung zusammen. Geburtshelfer hatte der Bankier Martin Ebner gespielt, der über die Börse die Mehrheit der Winterthur kaufen wollte.

Mit der Fusion soll dieser Plan verhindert werden.

Das weltweit zu den größten Konzernen aufschließende neue Finanzkonglomerat wird 23 Milliarden Franken Eigenmittel haben, 700 Milliarden Franken Vermögen verwalten und an der Börse über 50 Milliarden Franken wert sein. Weltweit bedient es 15 Millionen Kunden.

Die Credit Suisse ist dank kürzlicher Übernahmen ein Sammelbekken für Spargelder der Schweiz, sie verwaltet zusammen mit den anderen zwei Schweizer Großbanken ein Drittel aller Privatvermögen der Welt. Mit ihrer US-Tochter Credit Suisse First Boston betreibt sie außerdem ein internationales Finanzierungs- und Anleihegeschäft. Die Winterthur-Versicherung ist der viertgrößte europäische Direktversicherer und investiert in das Pensionskassengeschäft und die Industrieversicherung. Da sich die Märkte beider Konzerne immer mehr überlappen, wachsen die Gewinnchancen des neuen Riesen - wenig Grund zum Feiern haben allerdings die Angestellten der beiden Häuser: ihre Zahl wird wohl künftig schrumpfen.

Noch Ende vergangenen Jahres sah es so aus, als seien die Tage der Hamburger Traditionswerft Blohm & Voss endgültig gezählt. Kurz vor Weihnachten mußte Eckhard Rohkamm, Vorstandschef der Werften-Mutter Thyssen Industrie, eilends eine Pressekonferenz einberufen. Einziger Zweck: Ein Dementi des Gerüchtes, der Standort werde 1997 zugunsten einer Fusion mit der Kieler Howaldtswerke - Deutsche Werft AG (HDW) geopfert. Eines mußte Rohkamm allerdings einräumen: Gespräche über "eine engere Kooperation" mit der HDW-Eigentümerin Preussag seien in der Tat geplant. Die sind nun angelaufen - mit hochrangiger Besetzung. Die beiden Vorstandschefs Eckhard Rohkamm und Michael Frenzel ventilieren höchst persönlich die Vorteile einer möglichen Zusammenarbeit.

Überraschend könnte sich die Sache nun aber in die Länge ziehen - und sogar ohne konkretes Ergebnis enden. Denn der Thyssen-Chef ist plötzlich nicht mehr der Bittsteller, der händeringend einen Bräutigam für eine ziemlich häßliche Braut sucht. Die Thyssen-Werften schreiben in diesem Jahr nämlich wieder schwarze Zahlen. Und bei Blohm & Voss brummt gerade der Geschäftsbereich, der jahrelang das Sorgenkind war: die Reparatur. Für Juli und August liegen - als Folge des stark gestiegenen Dollars - so viele Aufträge vor, daß die Werft sogar Kapazitäten zukaufen muß. Bräute mit Mitgift aber mußten noch nie den Erstbesten nehmen.

Ein "enttäuschendes Ergebnis" mußte Eberhard Reuther, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), einer Aktion zur Vermittlung von ostdeutschen Lehrstellenbewerbern im Westen bescheinigen.