SAN JOSÉ. - Es ist eine Schande: Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates - die Vereinigten Staaten, Rußland, China, Frankreich und Großbritannien - stellen 85 Prozent aller Waffen, die auf dem internationalen Markt geliefert werden. Dies ist nicht zu akzeptieren. Die wichtigen Mächte der Welt müssen endlich erkennen, daß sie keinen Frieden in der Welt schaffen können, wenn sie Waffenverkäufe wegen kurzfristiger Profite oder aus politischer Zweckmäßigkeit fördern.

Die Unterstützung dieses Handels mit dem Tod bringt Verwüstung und Elend über unschuldige Zivilisten auf der ganzen Welt. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Toten bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in den unterentwickelten Staaten registriert. Es wundert nicht, daß die meisten dieser Konflikte durch Waffen angestachelt und genährt wurden, die aus den entwickelten Nationen kommen. Kuwait, Somalia, Bosnien, Ruanda, die Republik Kongo (früher Zaire) - die Namensliste der Länder, die in diesem Jahrzehnt unter den Verheerungen eines bewaffneten Konflikts gelitten haben, ist viel zu lang.

Wir brauchen einen internationalen Verhaltenskodex für Waffenlieferungen.

Fünfzehn Nobelpreisträger haben sich meinem Resolutionsentwurf angeschlossen.

Wir fordern, daß waffenproduzierende Länder keine Waffen an Staaten verkaufen dürfen, die eine Diktatur sind, die gegen die Menschenrechte verstossen oder Aggressionen gegen andere Nationen oder Völker führen.

Wir müssen damit beginnen, ein neues Sicherheitsparadigma zu entwickeln: menschliche Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schutz, Gesundheitsfürsorge und persönliche Sicherheit müssen Vorrang vor der Anhäufung von Waffen haben.

Während wir uns dem nächsten Jahrhundert nähern, interessieren sich viele Staatsführer leider mehr für die expandierenden globalen Märkte als für Investitionen in Bildung, bezahlbare Wohnungen und Gesundheitsfürsorge.