ZEIT: Der Titel Ihres neuen Buches, "Nur die Paranoiden überleben", erstaunt. Intel liefert neunzig Prozent der Mikroprozessoren für PCs, macht fünf Milliarden Dollar Gewinn. Wovor sollten Sie denn Angst haben?

Grove: Vor der Konkurrenz natürlich. Die kommt von allen Seiten. Und selbst wenn das nicht so wäre: Angst hilft, Mitarbeiter zu mobilisieren, gerade in Zeiten des Erfolgs. Angst macht ihnen klar, daß Erfolg sehr kurzlebig sein kann.

ZEIT: Sie schreiben vor allem über die Angst vor "strategischen Wendepunkten". Was meinen Sie damit?

Grove: Bei einem solchen Wendepunkt ändert sich das Geschäft eines Unternehmens von Grund auf. Nehmen Sie das Internet. Es könnte die Computerindustrie völlig auf den Kopf stellen. Wenn wir uns darauf nicht einstellen, läuft Intel Gefahr, sehr schnell nur noch Zuschauer zu sein.

ZEIT: Etwa wenn sich billige Internet-Geräte mit weniger leistungsfähigen Chips durchsetzen, die ihre Software vor allem aus dem Netz bekommen?

Grove: Genau. Wenn der PC gegen diese Billiggeräte bestehen soll, müssen wir seine Stärken herausstreichen: Programmierbarkeit, Leistungsfähigkeit, breite Anwendungsmöglichkeiten ...

ZEIT: Um was zu machen?