ZEIT: Aber es gibt, wie Sie schreiben, den "Kampf um die Augäpfel" - also den Wettbewerb zwischen PC und TV um die Aufmerksamkeit der Menschen?

Grove: Es geht darum, ob Leute vor ihrem Computer sitzen oder vor dem Fernseher. Deswegen machen wir den PC ständig erlebnisreicher, etwa durch Sound, Multimedia oder 3 D - und haben damit offensichtlich Erfolg: Die Haushalte in den Vereinigten Staaten, die einen PC haben, sehen nur halb soviel fern wie die ohne.

ZEIT: Also noch mehr Geschäft für Sie. Es scheint so, als ob die Märkte der Computerbranche jeweils von einem Unternehmen mit 70, 80 oder gar 90 Prozent Marktanteil regiert werden. Intel ist ein Beispiel, Microsoft sowieso, aber auch der Netzcomputerproduzent Cisco oder Intuit, der Anbieter von Finanz-Software. Wie erklären Sie das?

Grove: Diese Unternehmen konzentrieren sich auf einen Markt, in dem sie erfolgreich sind, und arbeiten hart. Und je größer sie werden, desto schneller wachsen sie. Economies of scale nennt man das, Größenvorteile.

ZEIT: Was sagen Sie zu der Kritik von Robert Palmer, dem Chef des Computerkonzerns Digital Equipment? Intel, meint der, habe eine "Monopolposition" und sei "eine Gefahr für den Wettbewerb, die Grundlage von Innovation und Wachstum in der Computerindustrie".

Grove: Ich werde doch nicht auf unflätige Dinge antworten, die irgendwelche Leute aus irgendeinem Grund gesagt haben. Wir haben unseren Erfolg nicht einem reichen Onkel zu verdanken. Wir haben ihn uns verdient - Produktzyklus für Produktzyklus. Wir haben ziemlich mutig in unsere Technologie investiert. Und dieser Einsatz hat sich ausgezahlt.

ZEIT: Trotzdem scheint es, als ob bei Intel - wie bei Microsoft - mit dem Erfolg auch die Kritik größer wird. In den Diskussionsforen des Internet beispielsweise sind Intels Gewinne ein Dauerthema. Manche Leute meinen, fünf Milliarden Dollar Profit bei zwanzig Milliarden Umsatz sei nachgerade obszön.