Die vorherige Folge dieses Seminars endete mit einem nicht alltäglich gewürzten, geschnetzelten Hühnerfleisch von den Keulen eines massigen Bauernhuhns, das es immer öfter zu kaufen gibt. Die Frage, was man denn dazu serviert, habe ich mit Reis beantwortet. Das war naheliegend, aber nicht die beste Lösung.

Rösti, wie sie die Schweizer lieben, ginge. Sind aber bitter, wenn zu stark gebraten, und das ist undelikat. Nudeln haben eine dem Geschnetzelten zu ähnliche glitschige Konsistenz, Kartoffelpüree fällt aus, weil zu breiig. Salzkartoffeln sind zu bieder, Polentaschnitten langweilig. Möglich wären weiße Bohnen. Am besten aber ist ein richtiger Semmelknödel, wie ihn der Herr Weibel in seinem Wiener Wirtshaus zum Kalbsbeuschel serviert.

Semmelknödel

4 altbackene Semmeln (ca. 200 g) werden in Würfel geschnitten. In einer großen Pfanne 2 EL feingehackte Zwiebeln in einem großen Stück Butter anschwitzen. Die (eventuell im Backofen getrockneten) Semmelwürfel dazugeben, ohne daß sie braun braten. In eine Schüssel umfüllen und mit 3 gut verschlagenen ganzen Eiern vermischen. Etwas mehr als 1/4 l Milch sehr heiß machen und unter die Masse mischen, salzen und gehackte Petersilie einarbeiten. In einem großen Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen.

Die Knödelmasse mit nassen Händen zu Kugeln formen, und wenn sich ihre Oberfläche leicht schmierig anfühlt, in das Wasser legen. Dieses einmal aufkochen und die Knödel dann 12 bis 15 Minuten ziehen lassen.

Muß ich darauf hinweisen, daß Semmelknödel zu vielen Gerichten eine ideale Beilage abgeben? Und daß es mehr als bedauerlich ist, wie selten sie in unserer Küche verwendet werden? Hier folgt ein weiteres Gericht, welches für Semmelknödel wie geschaffen ist.