WORBIS/EICHSFELD. - Maika ist ein Gewohnheitstier. Ihr ganzes Leben als Braunbärin hat sie in einem Käfig zugebracht, klein wie ein Kinderzimmer.

Drei Schritte hin, drei Schritte her - den ganzen lieben Tag lang.

Jetzt lebt die Bärin auf einem riesigen Freigelände. Sie hat Hügel zum Begehen, einen Teich zum Baden und unzählige Wurzeln zum Ausgraben. Doch Maika streift noch immer tagein, tagaus am einzigen Käfiggitter entlang, das es auf dem Gelände gibt. Noch immer drei Schritte hin und drei Schritte her.

"Verhaltensgestört, das kommt vom jahrelangen Eingesperrtsein auf engstem Raum", kommentiert Uwe Lagemann.

Lagemann leitet zusammen mit seiner Frau das erste deutsche Heim für in Not geratene Bären. Es liegt am Rand des Städtchens Worbis im Eichsfeld, auf dem Gelände des ehemaligen kommunalen Tierparks, zu dessen Bestand auch Maika gehörte.

In Not geratene Bären gibt es viele in Deutschland. Laura und Goliath, mit denen Maika sich das Freigelände teilt, wurden vor einem Jahr im Harz aufgegriffen. Ihr vorheriger Eigentümer war ein kleiner Wanderzirkus, der das Geld für Futter nicht mehr aufbringen konnte und die beiden zahmen Tiere ausgesetzt hat. Auch Samson, der vierte, diente einem Wanderzirkus, bevor er völlig verwahrlost beschlagnahmt wurde.

Viele private und kommunale Tierparks züchten regelmäßig Braunbärennachwuchs.