Vor diesem Hintergrund sind die Chancen für einen Durchbruch gering.

Höchstwahrscheinlich wird PLO-Chef Jassir Arafat bei einem Besuch der amerikanischen Außenministerin mehr Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich versprechen vermutlich lockert dann Netanjahu die Abriegelung der Palästinensergebiete weiter und nimmt die von ihm seit dem jüngsten Bombenanschlag blockierten Transferzahlungen an die Autonomiebehörde wieder voll auf. Viel mehr Spielraum gibt es nicht.

Verhandlungsstille bedeutet aber keineswegs Stillstand. Wer wie Netanjahu den Status quo beibehalten möchte, riskiert, daß sich die jüngste Vergangenheit wiederholt. Auch nach dem Sechstagekrieg hatten sich die Israelis der Illusion hingegeben, daß sie den Sinai für ewig besiedeln und die Palästinenser als Volk einfach ignorieren könnten - bis zum Jom-Kippur-Krieg.

Mit jedem Tag und mit jeder neuen Siedlung haben die Palästinenser immer weniger zu verlieren. Damit steigt die Gefahr einer erneuten Konfrontation.

Sie kann zur Explosion führen und so den gesamten Nahen Osten in Brand setzen.

Israel hat bisher häufig Kompromisse, die schon länger auf der Tagesordnung standen, erst nach einer Krise akzeptiert. Zu wünschen wäre, wenn es diesmal vor dem Blutvergießen einlenkt.