Richtig verwundert sind nur die Nachlaßverwalter von Exponential. Sie hatten gehofft, zwischen fünf und fünfzehn Millionen Dollar bei der Auktion zu erlösen; das dürfte ungefähr den Verbindlichkeiten der verblichenen Firma entsprechen. Die Angebote sollen sich aber mittlerweile der Milliardengrenze nähern, wenn man dem Raunen der Insider trauen darf. Der Grund für diese exponentielle Steigerung ist - wieder einmal - Microsoft.

Der Softwareriese fertigt sein marktbeherrschendes Betriebssystem Windows seit jeher ausschließlich für die Prozessoren, die sich an den Standard von Intel halten - und befördert damit kräftig deren Absatz. Soeben ist aber Microsoft mit einem Finanzspritzchen bei Apple eingestiegen, und nun fürchten die Prozessorbauer, der Garant ihrer guten Geschäfte könnte mit dem konkurrierenden PowerPC liebäugeln. In diesem Fall müßten sie flugs zur Stelle sein - womöglich dann eben mit der Zwittertechnik von Exponential.

DEC, Intel, AMD und Cyrix - all die großmächtigen Chipfabrikanten sind von Windows abhängig und damit an das Microsoft-Imperium gekettet. Wenn dort die Flöhe husten, müssen sie ihre Ohren spitzen. Alles hat seinen Preis.

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