Idei: Stimmt.

ZEIT: Doch richtig erfolgreich waren Sie nur im Stammgeschäft. Sony hat zweimal erfolglos versucht, eigene Personalcomputer auf den Markt zu bringen. Und Hollywood hat Ihnen den einzigen Verlust der Unternehmensgeschichte eingetragen.

Idei: Hollywood ist sehr komplex - der Erfolg eines Filmunternehmens hat unter anderem viel mit dem Vertrieb zu tun. Bislang erwirtschaften wir bei der Columbia sechzig Prozent in den Vereinigten Staaten - das heißt, es gibt in Produktion und Vertrieb noch Wachstumsmöglichkeiten außerhalb der USA. Und das neue digitale Fernsehen erweitert unsere Absatzkanäle.

ZEIT: Sie könnten sich dabei übernehmen, die Unternehmenskulturen von Tokio, Silicon Valley und Hollywood zusammenzubringen.

Idei: Das glaube ich nicht. Früher oder später werden alle betroffenen Unternehmen vor dem gleichen Problem stehen. Ein Beispiel: In den Vereinigten Staaten ist der Versuch zunächst gescheitert, offizielle Standards für das digitale Fernsehen zu finden, und jetzt stehen achtzehn Formate zur Auswahl. Wer künftig Programme anbietet, muß ebenso mit Microsoft wie mit den Geräteherstellern zusammenarbeiten. Auch bei anderen Entwicklungen besteht der Zwang, mit Firmen aus den anderen Märkten zu reden. Wir wollen das alles bei Sony integrieren.

ZEIT: Bisher beherrscht eine Handvoll amerikanischer Firmen das profitträchtige Geschäft mit Chips und Programmen. Gegen die werden Sie es schwer haben.

Idei: Wir reden hier von der Zukunft. Die heutigen Personalcomputer sind noch sehr primitiv: Sie können nicht sprechen, die Chips sind sehr teuer, sie verbrauchen viel Strom. Diese Architektur wird nicht überleben. Im Jahr 2005 wird ein Computerchip so leistungsstark sein, daß wir damit machen können, was wir wollen. Software, Dienstleistungen und Vertrieb werden dann für den Erfolg wichtiger sein als die Geräte an sich. Wir sind uns sicher: Die neuen digitalen Geräte werden alle Bereiche der Gesellschaft erobern.