ZEIT: Und dann bringt uns der Unterhaltungskonzern Sony das totale Amusement - Entertainment auf tausend Kanälen. Bedrückt Sie das?

Idei: Nein, warum?

ZEIT: Kulturkritiker befürchten ein Überangebot an Unterhaltung, das jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Welt, jeden öffentlichen Diskurs zuschüttet. "Wir amüsieren uns zu Tode", hat der New Yorker Medienprofessor Neil Postman schon vor einer Dekade gewarnt.

Idei: Sony ist ein Unterhaltungskonzern. Doch in Gesellschaften wie Deutschland oder Japan werden Bildungs- und Informationsangebote eine zunehmend wichtige Software für die neuen Geräte. Um Ihnen noch ein Beispiel zu geben: Viele Rentner haben Zeit und genug Geld. Sie wollen ihr Leben gestalten und finden in den neuen Medien Möglichkeiten, entsprechend ihrer individuellen Interessen neues Wissen und neue Erfahrungen zu sammeln.

ZEIT: Und die kaufen dann durch die Bank Sony-Produkte?

Idei: Schauen Sie, eines meiner Interessengebiete ist das alte Ägypten. Natürlich sind viele Bücher darüber erschienen, aber wenn es alle relevanten Informationen in Bild und Schrift auf dem Computer gibt, finde ich das extrem hilfreich. Ich denke, wir können mit Leuten wie dem Rentner Idei gute Geschäfte machen, indem wir Ihnen einen Mix aus Information und Unterhaltung anbieten.

ZEIT: Bisher ging der Trend in Ihrer Branche zu seichter Unterhaltung. Das gilt auch, mit Verlaub, für die Sony-eigene Filmfirma in Hollywood. Deren größtes Projekt ist derzeit ein Remake des Monsterstreifens "Godzilla".