Idei: Nein, wir fertigen überall, wo wir verkaufen. Auf dem japanischen Markt machen wir 30 Prozent unserer Umsätze, wir wollen das auf 35 Prozent erhöhen. Japan ist für uns ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungszentrum und auch Standort für kapitalintensive Fertigung. Die Montage der hier verkauften Geräte verlagern wir zunehmend nach Malaysia, Singapur oder Indonesien.

ZEIT: Tatsächlich verlagern Sie Arbeit allerorten aus den Ländern mit hohen Kosten in Niedriglohnländer. Zumindest kurzfristig lösen Sie damit Arbeitslosigkeit in den führenden Industrienationen aus. Bedrückt Sie das?

Idei: Das stimmt nicht, in Japan expandieren wir jährlich um acht bis zehn Prozent, und wir müssen dort niemanden entlassen. In Europa und den USA bauen wir sogar aus. Ich halte es allerdings für ein falsches Konzept, Arbeitsplätze mit Fabrikjobs gleichzusetzen. Auch das Konzept der lebenslangen Beschäftigung, das bei uns in Japan stark verwurzelt ist, halte ich für überholt. Und makroökonomisch wäre es für Japan wie auch für Deutschland vernünftig, den Anteil der Industriefertigung schneller zu verringern und den Wechsel zur Informationsgesellschaft voranzutreiben.

ZEIT: Sie glauben also nicht, daß die Globalisierung den Industrieländern mehr Armut bringt.

Idei: Im Gegenteil.

ZEIT: Schafft Sony denn irgendwelche Ersatzarbeitsplätze für die wegfallenden Fabrikjobs?

Idei: Wir beschäftigen weltweit 160 000 Leute, vor einigen Jahren waren es nur 100 000. Das heißt, wir haben neue Jobs geschaffen. Und zwar nicht hauptsächlich in Japan, sondern in Amerika, in Europa und in asiatischen Ländern. Diese Arbeitsplätze sind vor allem in der Montage entstanden, aber ich glaube, daß wir künftig mehr Jobs für geistige Arbeit schaffen.