Rauch deutet meist auf Feuer hin. Das gilt auch für die Gerüchteküche am Finanzplatz Frankfurt. Dort wird seit Monaten gemunkelt, die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG), die sich inzwischen nur noch kurz UBS (Union Bank of Switzerland) nennt, sei sehr an der Übernahme eines deutschen Kreditinstituts interessiert. Möglicher Kandidat: die Commerzbank. Jetzt hat sich der Rauch verzogen, doch das Feuer ist viel kleiner als erwartet. Denn die UBS, mit einer Bilanzsumme von rund 620 Milliarden Mark die Nummer eins unter den drei Schweizer Großbanken, übernimmt für 350 Millionen Mark das kleine, aber feine Frankfurter Geldhaus Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co (SMH). Mit dem Kauf wollen die Schweizer stärker ins deutsche Geschäft mit der Verwaltung privater und institutioneller Vermögen einsteigen. Dort hat SMH, dessen Name übrigens erhalten bleiben soll, einen guten Ruf. Den Ausbau dieser Sparte hatte UBS-Chef Mathis Cabiallavetta bereits Anfang des Jahres als vordringliches Ziel genannt. Doch dieser Deal gilt für die Gerüchteköche nur als Vorspeise. Als heiße Bissen für Übernahmeaspiranten gelten nach wie vor die Commerzbank, die BHF-Bank und die BfG-Bank.

So einfach leisten die Schweizer nicht Amtshilfe bei Fällen von Steuerhinterziehung. Es muß sich schon um Steuerbetrug - nach Schweizer Recht - handeln. "Und dafür", erklärt Bezirksanwalt Dieter Jann, "brauchen wir bestimmte Unterlagen." Die hat die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihrem Ersuchen um Amtshilfe den Kollegen in Zürich wohl geliefert.

Schon seit Dezember 1995 ermitteln die Staatsanwälte gegen den Medienunternehmer Leo Kirch wegen des Verdachts von Steuerhinterziehung.

Kirch soll Gewinne von über einer Milliarde Mark in steuergünstige Schweizer Kantone verschoben und damit am deutschen Fiskus 400 Millionen Mark Steuern vorbeigeschleust haben. Die Finanztransaktion hängt zusammen mit einem Filmdeal aus dem Jahre 1989. Kirch hatte - wohl in einer Notlage - die Rechte von 2500 Spielfilmen an den Schweizer Otto Beisheim (Gründer der Handelskette Metro) verkauft. Der hatte sie mit einem Gewinn von 1,1 Milliarden Mark an Sat.1 (Großaktionär: Leo Kirch) und Pro Sieben, den Sender des Kirch-Sohnes Thomas, veräußert - für diesen Gewinn interessieren sich die Staatsanwälte.

Neun Monate brauchten die Schweizer, um die Bitte der Münchner zu prüfen, und nach weiteren eineinhalb Monaten erfolgten Durchsuchungen an vierzig verschiedenen Stellen. "Die Betroffenen", sagt Dieter Jann mit leichter Schadenfreude, "konnten es ahnen. Gewußt haben sie es nicht." Eineinhalb Kubikmeter Material wurde sichergestellt. In zwei Monaten soll es gesichtet sein.

Wer eher glücklos agiert, neigt mitunter dazu, sich mit vermeintlichen Erfolgen zu schmükken. Diese Erfahrung bestätigt derzeit Günter Rexrodt. Fast euphorisch begrüßte der Bonner Wirtschaftsminister, daß sich angeblich die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) auf der einen Seite, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie die Vereinigung Industrielle Kraftwirtschaft (VIK) auf der anderen Seite darüber geeinigt hätten, zu welchen Konditionen künftig Strom durch fremde Leitungen transportiert werden darf. Doch von Konsens kann keine Rede sein. Die VIK, in der die großen industriellen Stromverbraucher organisiert sind, wies Meldungen über den Abschluß der Verhandlungen ausdrücklich als "Gerücht" zurück.

Rexrodt betrachtet die Stromdurchleitung zwar als "zentrales Wettbewerbselement", scheute sich jedoch in dem Entwurf seines Energiewirtschaftsgesetzes vor einer Regelung. Dafür heimste er sich viel Kritik seitens der stromverbrauchenden Industrie ein. Die versucht nun, sich mit den Stromanbietern zu einigen - und mußte bereits kräftig Federn lassen.