Bundeswirtschaftsminister Rexrodt will das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWBI) ändern. Sein Vorschlag zur sechsten Novelle ist - wie immer - höchst umstritten. Was kritisieren Sie?

JENS: Wir sehen den großen Handlungsbedarf nicht. Und ob das Vorhaben in dieser Legislaturperiode noch etwas wird, wage ich zu bezweifeln. Allerdings betrachte ich inzwischen die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel als problematisch. Es gibt bestimmte Gebiete, vor allem auf dem Lande, wo es für ältere und nicht so mobile Bürger schwer ist, sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Konzentration im Lebensmittelhandel ist in den vergangenen Jahren gewaltig vorangeschritten. Die drei größten Konzerne beherrschen über vierzig Prozent des Marktes. Langfristig könnte den Verbrauchern das Fell über die Ohren gezogen werden.

Diese Gefahr sehen inzwischen viele.

JENS: Ja, darüber wird zur Zeit heftig gestritten. Die Mittelständler der CDU drängen auf ein Verbot des Verkaufs unter Einstandspreisen. Der Markenverband und bestimmte Industriegruppen wollen eine spezielle Fusionskontrolle für Großkonzerne im Handel und eine Umkehr der Beweislast, so daß die großen Händler beweisen müssen, daß sie nicht machtbedingt etwas bekommen haben, sondern aus sachlichen Gründen.

... also eine "Lex Metro".

JENS: Das sind keine geeigneten Vorschläge. Und unser Wirtschaftsminister will da gar nichts machen. Das ist auch nicht sinnvoll.

Der Handel fordert mehr Kooperationsmöglichkeiten für kleinere und mittlere Unternehmen.