Das Pfingstwunder ist, soweit wir wissen, leider ein einmaliges Ereignis geblieben. Für eine bestimmte Kategorie von internationalen Treffen, den Radiologenkongreß in Turku oder das Managertreffen in Davos zum Beispiel, hat die Menschheit mittlerweile eine prosaischere Lösung gefunden: Man verständigt sich auf englisch. Das Feld der gemeinsamen Interessen ist ohnehin abgesteckt. Was aber, wenn das Publikum weniger sophisticated ist und sein Anliegen weniger leicht einzugrenzen sagen wir einmal, Völkerverständigung und Weltfrieden? Da hat auch die katholische Kirche, knapp zweitausend Jahre nach jenem Pfingstfest, noch immer nichts Besseres gefunden als diesen alten Pfadfindertrick: Jede Gruppe soll mal ein Liedchen singen, ein typisches, natürlich. Angeblich lockert das auch die Stimmung. Im Festival-Teil des Weltjugendtreffens von Paris haben die Priester und Diakone ein paarmal zum Singen aufgefordert. Und was haben die Erwachsenen in den Kirchen dann gesungen? Im Zeitalter der Globalisierung? Kinderlieder.