Zugegeben, unserer Bundesregierung geht langsam das Geld aus - nicht aber die Phantasie. Gerade erst hat der Postminister - wohl eines seiner letzten, aber keineswegs unwichtigsten Projekte - drei weitere Sondermarken der Serie "Bilder aus Deutschland" auf den Markt gebracht. Sie zeigen den Bayerischen Wald, die Lüneburger Heide und die norddeutsche Moorlandschaft.

Das Prinzip dahinter könnte Schule machen: Mit den Marken schafft Bötsch nicht nur neue Einnahmen, sondern bringt gleich noch kostenlose Strukturförderung auf den Weg. Jedenfalls hofft er, damit zugleich den Fremdenverkehr anzukurbeln. Sollen diese Prospekte "im Kleinformat", so der Minister, doch "den einen oder anderen dazu animieren, diesen Regionen einen Besuch abzustatten".

Irgendwie paßt das Format doch glänzend zur gegenwärtigen Regierungspolitik.

Ob Touristen oder Investoren: Wie könnte man sie besser in die darbenden Regionen locken als mit Briefmarken. Aber eine Bitte noch: Nicht sammeln, sondern absenden, und zwar am besten nach Asien und Amerika. Das ist Standortpolitik von unten - MarkeDeutschland.