Wie oft mußten wir uns die Sprüche von denen ganz oben nicht schon anhören: Flexibel und mobil habe der Arbeitnehmer zu sein, keiner könne sich mehr darauf verlassen, sein Leben lang denselben Beruf auszuüben, geschweige denn in derselben Firma sein Auskommen zu finden. Wir haben das immer geschluckt. Kleben wir vielleicht doch zu sehr an unserem kleinen Häuschen, an unserer Skatrunde, haben wir vielleicht schon den Zug der Zeit verpaßt?

Doch Erwin K. Scheuch, Altmeister der Soziologie, nebst Gattin klären uns jetzt auf. Nicht wir da unten, sondern die da oben sind die wahren Nesthocker. Eine Befragung von 10 000 Hierarchen brachte es an den Tag: Die Herren (und wenigen Damen) auf der Chefetage sind es nämlich, die sich nicht von der Stelle rühren. Ein Drittel der befragten leitenden Angestellten hat überhaupt noch nie den Job gewechselt, noch mehr krallen sich krampfhaft an ihrem einmal gewählten Wohnort fest. Und das, obwohl sie häufig weder mit Arbeit noch Unternehmen zufrieden sind. Wie sollen wir, wie soll die ganze Wirtschaft angesichts solcher Vorbilder auf den Sprung kommen? Weg ist das schlechte Gewissen. Den Scheuchs sei Dank.