An der Schuhgröße eines Menschen abzulesen, wie stark er die Umwelt beansprucht, wäre wohl im Wortsinn vermessen. Ein geeignetes Indiz ist hingegen ein für jeden Bewohner eines Landes oder einer Region spezifisches Flächenmaß: Man stelle sich vor, eine Stadt würde mit einer Plexiglaskuppel abgedeckt. Die Menschen würden verhungern und in schlechter Luft und Abfällen ersticken, weil Materialströme weder herein- noch hinausfließen könnten.

Angenommen, die Stadt hätte im ebenso abgeschlossenen Umland alles, was sie braucht, Äcker, Weiden, Wälder und Lagerstätten für Rohstoffe und Energieträger. Wie groß ist die Fläche, die sie dauerhaft am Leben hält?

Diese Fläche nennen Mathias Wackernagel und William Rees den "ökologischen Fußabdruck" einer Stadt (Birkhäuser Verlag, Basel 1997, 34 Mark).

Die Methode ist plausibel und macht zukunftsfähiges Wirtschaften sichtbar und vergleichbar. Die Autoren stellen 22 Länder und Regionen vor. Die Ergebnisse überraschen nicht: Industrieländer haben einen mehrfach größeren ökologischen Fußabdruck als etwa Entwicklungsländer und liegen damit weit über dem Weltdurchschnitt. 7,9 Hektar Landfläche verbraucht ein US-Bürger, 6,6 ein Kanadier, 4,7 ein Schweizer, 4,4 ein Deutscher und 0,59 ein Inder. Diesen Zahlen gegenüber steht jeweils der Vergleich mit den 1,45 Hektar Landfläche, die rechnerisch jedem Erdenbürger zur Verfügung stehen. Der Wert ergibt sich, wenn man die Summe aus biologisch aktiver Landfläche und Siedlungsfläche der Erde durch die Anzahl der Menschen teilt. Daran sollten wir uns messen lassen.