Ende der Siebziger gab es erstmals Computer, die merkten, wann es ihnen schlecht ging. Sie konnten sogar eine erste Selbstdiagnose durchführen und dann einen Techniker vom Kundendienst alarmieren. Von "Systemen mit Selbsterkenntnis" sprach ehrfürchtig das Fachblatt Computerwoche.

Mittlerweile ist diese Fähigkeit schon fast überall anzutreffen: Netzrechner überwachen ständig ihre Temperatur und den Zustand der Festplatten. Wird die Lage kritisch, schlagen sie Alarm - entweder über das Netz, oder sie rufen gleich mittels Telephon oder Pager Hilfe herbei.

Wenn man will, können sie dabei auch eine vorgefertigte Sprachaufzeichnung abspielen, was zu vielerlei Schabernack herausfordert: "Liebling, mir ist so heiß", soll der Netzrechner einer Firma in Neuwied am Telephon gesäuselt haben, wenn er in der Nacht immer wieder sein Herrchen rief. Der Rechner wurde gerettet, die Ehe des Netzverwalters aber hielt den Lockrufen nicht lange stand.

Bei telephonierenden Computern ist es nicht geblieben. Mittlerweile sind Diagnose-Chips im Tausenderpack billiger als die Kilometerpauschale des herbeigerufenen Technikers. Im Prinzip könnten sich deshalb nun auch Waschmaschinen, Kühlschränke und Autos ihres Innenlebens vergewissern. Sind sie erst einmal anständig vernetzt, dürfen sie der Welt ihr Leid klagen, bis es behoben ist. Fragt sich nur, ob am anderen Ende der Leitung immer kompetente Kräfte sitzen.

Englische Zeitungen berichteten von einer Londonerin, die lange Zeit unter Telephonterror zu leiden hatte. Mehrmals in der Nacht klingelte der Apparat, doch auf der anderen Seite blieb es still. Die Polizei legte schließlich eine Fangschaltung - und konnte eine öffentliche Toilette am anderen Ende der Stadt verhaften.

Es war eines jener intelligenten Häuschen, die sich vollautomatisch selber reinigen. Dieses hier konnte sogar telephonisch Alarm schlagen, wenn der Papiervorrat zu Ende ging. Nur hatte der Wartungstechniker die falsche Rufnummer programmiert, so daß das Häuschen vergeblich versuchte, den obersten Klocomputer zu erreichen.

Die British Telecom schätzt, daß jährlich rund 50 000 fehlgeleitete Anrufe von kaputten Maschinen durch ihr Netz vagabundieren. Die Störungsstelle der Deutschen Telekom geht mindestens vom Dreifachen aus, rechnet dabei aber auch das Trällern und Pfeifen hinzu, mit dem einen gelegentlich Fax-Server peinigen, weil sie meinen, am anderen Ende der Leitung hänge ebenfalls ein Faxgerät.