Diese Zeilen sind ein Hilferuf. Wenn nicht ein Wunder geschieht, erscheint diese Kolumne in dieser Woche zum letzten Mal. Aber wir glauben an das Wunder! Wir glauben an die Kraft der Herzen! Wir bitten Sie, geliebter und gefürchteter Leser, um Ihre Hilfe. In dieser Stunde, da das vereinigte Deutschland fester zusammenwächst als je zuvor, vertrauen wir auf Ihre Solidarität und Spendenbereitschaft. Helfen Sie uns! Zögern Sie keine Minute! Jede Spende, auch die kleinste, ist willkommen (und steuerlich voll absetzbar).

Bevor wir uns mißverstehen: Es geht uns nicht um Ihr Geld! Es geht um ein viel kostbareres Gut: um Ihren Witz. Helfen Sie uns mit Ihrem Humor! Schicken Sie uns eine Pointe! Spenden Sie uns einen Kalauer! Denn (ein völlig unvorhergesehener Schicksalsschlag!) die Spaßreserven dieses Kulturteils sind bis auf wenige Reste aufgebraucht. Eine Trockenheitskatastrophe. Intellektuelles Niedrigwasser in allen Geistesköpfen.

Nahezu verzweifelt haben wir in der Kollegenschaft nach einem heiteren Thema der Woche gefahndet, völllig vergebens. Diese Hitze, die Jahrhunderthitze! Immer wieder dieselbe blöde Ausrede.

Ein paar Vorschläge immerhin gab es, allesamt unbrauchbar. Kollege H. ist vor der Jahrhunderthitze an die Strände des Nordens geflohen und hat dort, wie er in pubertärem Stolz erzählt, eine glossenträchtige Entdeckung gemacht: Während an der Nordsee die kistenförmigen Großgesäße dominieren, sind es an der Ostsee die birnenförmigen Schrumpfgesäße.

Ob das nicht ein hübsches Thema ...? O nein, bitte nicht!

Und diese trostlose Idee war auch schon die beste an diesem Montag. Jetzt aber ist Panik angesagt! Der Chef vom Dienst (hausintern: CvD) hat die Humor-Deadline unerbittlich auf 21.59 Uhr MESZ festgelegt, der Blattmacher (hausintern: BM) ist schon am Rande seiner Nervenkräfte. Helfen Sie, Leser, helfen Sie schnell!

Andere Blätter haben diese Humorsommerkrise offenbar nicht. An der Spitze der Branche, mit weitem Abstand, wir gestehen es neidvoll, die Süddeutsche Zeitung. Hier einige Überschriften aus den letzten Wochen: "Die Nackten und die Noten", "Außer Thesen nichts gewesen", "Keulen aus Athen", "Im Schwein ist Wahrheit", "Der Apple der Erkenntnis". Mit dem Doppelschlag "Weniger ist Moore" und "Weniger ist Khmer" schließlich ist unseren Münchner Kollegen die Verschmelzung von Idiotie und Genialität gelungen: Der Moore hat seine Schuldigkeit getan, der Moore kann gehen. Khmer Licht!