Gibt es Geister? Das weiß niemand so genau; aber sicher ist, daß es Geisterjäger gibt. Im Mittelalter waren es die Inquisitoren auf der Jagd nach Hexen, heute werden Geister und Aliens vor allem im Kino und im Fernsehen gejagt: Sensationshungrige Forscher stürzten sich 1982 auf den glupschäugigen Außerirdischen E.T., und bei "Poltergeist" wurde plötzlich ein ganzer Friedhof wach. Alles Blödsinn, konnte sich der Zuschauer sagen und sich beruhigt in den Sessel zurücklehnen.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Neue Filme der dritten Art vermischen geschickt Realität und Fiktion. So wie "Akte X". In dieser US-Serie untersuchen zwei FBI-Agenten irdische Korruption ebenso wie übersinnliche Phänomene: Wunderheiler, Aliens und galaktische Killerviren. Ein Millionenpublikum wartet auf die neuen Folgen, die jetzt bei Pro Sieben laufen.

Doch was ist wirklich dran an paranormalen Erscheinungen? Was ist Realität in "Akte X", und wo beginnt die Fiktion?

Fragen wir einen Geisterjäger: Der Physiker und Psychologe Walter von Lucadou, 51, leitet die vom baden-württembergischen Kultusministerium geförderte Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg im Breisgau. Zu ihm kommen Leute, die innere Stimmen hören, sich vor Außerirdischen ängstigen oder verhext worden sind. Leute, die übersinnliche Erfahrungen gemacht haben - oder das zumindest glauben. Lucadou hat sich zusammen mit dem ZEITmagazin die Videokassette einer neuen "Akte X"-Folge angesehen.

ZEITmagazin: Haben Sie einen Geist in Ihrem Videorecorder?

Walter von Lucadou: Wieso?

ZM: Weil das Bild so komisch flimmert... Jetzt ist es ganz weg.