Loben, wenn es zu spät ist: Dagegen gibt es Jubiläen.Kurz vor dem Zehnjährigen allerdings, das womöglich reiche Ernte eingetragen hätte, schließen Stefanie Holzer und Walter Klier, ganz ohne Harm, ihr österreichisches Projekt Gegenwart.Die "Zeitschrift für ein entspanntes Geistesleben", welche die beiden von Klagenfurt aus ins deutschsprachige Leben riefen, planten, gestalteten und redigierten, schließt mit dem 35. Heft.Es ist, wie immer, schwarzweiß und ausladend, mit Rezensionen, Essays und Prosa fast aller Art in angenehmste Form gebracht, markant und witzig illustriert, um einen kleinen Nachruf in eigener Sache ergänzt, der in bewundernswerter Lakonie einige Gründe nennt, warum die Zeitschrift weniger Leser hatte, als sie brauchte."Die Leute haben gemeint", sagt Stefanie Holzer, "sie müßten die ganze Zeitung lesen, und haben sie deswegen mit der Zeit gar nicht mehr gelesen."Wie die Literaturw issenschaftler, die Jahre gebraucht haben, die Zeitung zu entdecken, und dann, wenn überhaupt, ein Gratisabo wollten."Wir hätten nie gedacht", sagten die beiden, "daß es so schwer ist, 248 Schilling für ein Abo zu zahlen."Wer jetzt noch in die T asche greifen will: Die Restauflage wird verkauft.Zu lesen unter anderem: Hanif Kureishis Essay "The Rainbow Sign.Leben zwischen England und Pakistan", Cees Nootebooms "Im Teutoburger Wald", Stefanie Holzers Mahnung "Von Männerbünden lernen" und "Abservieren bis Zola.Lexikon zur österreichischen Literatur."