"Als die Herren Benz und Daimler das Automobil erfanden, das uns schnell und unabhängig in die Ferne bringt, hatten sie erst die Hälfte des Problems gelöst", schrieb Wohnwagenpionier Hans Berger. Denn wo sollte man bleiben, wenn "wir abends aus diesem Wunderland der Autofreiheit in den Zwang ,fremder' Häuser zurückmüssen"? Berger wollte das Camping-Entwicklungsland Deutschland missionieren.

Heute reisen Campingurlauber in rollenden Schlössern, selbst TV-Anschluß oder Klimaanlage sind kein Problem. Das Modell, das Hans Berger 1937 entwickelte und mit dem hierzulande das Campingzeitalter erst richtig begann, war dagegen recht spartanisch.

Die Amerikaner hatten das mobile Wohnen schon früh kultiviert; längst hatten sie Bad, Eisschrank und Wasserpumpe an Bord. Und auch englische und französische Urlauber übernachteten bereits in schweren, mahagoni- und ebenholzgetäfelten Gefährten. Nur die Deutschen waren noch nicht soweit.

Hans Berger folgte der Devise: Gute Wohnwagen müssen vor allem leicht sein. So landete der Tüftler 1937 mit dem Modell namens Karawane einen Verkaufshit. Zwar wurde seine 490 Kilo leichte Erfindung als "rollende Sperrholzlaube" bespöttelt, aber am Berg dankten es ihm die Fahrer zugschwacher Autos. Bis allerdings die erste Kara-wane von den Hobelbänken rollen konnte, mußte Berger etliche Bruchlandungen und Probefahrten auf Alpenpässen mit Ehefrau und kleiner Tochter hinter sich bringen.

Der Bankkaufmann hatte als 27jähriger in München eine Firma für Sportwaren gegründet. Seine Tüftlerkarriere begann in den Zwanzigern mit Faltbooten und Zelten, die er Anfang der dreißiger Jahre in Rothschwaige bei München herstellen ließ. Der leidenschaftliche Camper suchte ständig nach Möglichkeiten, das Leben im Grünen bequemer zu machen.

Wohin mit Zelt und Gestänge, mit Heringssortiment, Wasserkanister, dem Kocher und vielem mehr? Was tun für die Bequemlichkeit mancher Zeitgenossen, die Reisen mit dem Zelt als lästiges Auf- und Abbauen und das Übernachten im Grünen mehr hinnahmen als überzeugt lebten?

"Haus dabei!" hieß Bergers erste Antwort: ein Zeltklappwohnanhänger. In Sekundenschnelle wurde die Zeltplane über den Anhänger gezogen - fertig war ein bescheidenes, aber überdachtes Schlafgemach, das einige Tücken barg. Zwar nahm der wendige Anhänger jede Haarnadelkurve, aber Platzregen und Wolkenbrüche setzten dem "Haus dabei!" arg zu.