KÖLN. - Die öffentlichen Verwaltungen der westlichen Industrieländer unterliegen zur Zeit einem grundlegenden Wandel. Die Stichworte klingen gut: "Die Stadt wie einen Konzern führen", das "Rathaus ohne Ämter", der "schlanke Staat", Einführung der Kostenrechnung in der öffentlichen Verwaltung. Da kündigt sich eine wirkliche Verwaltungsreform an.

In unserem Land gibt es jedoch ein Reformgefälle: Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung in den Städten und Gemeinden. Die Bundesländer öffnen sich in wachsendem Maße für den Reformprozeß, der Bund hinkt dieser Entwicklung noch hinterher.

Nach einer Erhebung des Deutschen Städtetages wird in fast allen Großstädten der Bundesrepublik an der Verwirklichung von neuen Steuerungsmodellen gearbeitet. In seiner Bedeutung ist der Prozeß mit den Steinschen Reformen zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts vergleichbar. Es zeichnet sich ab, daß die öffentliche Verwaltung in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren einen fundamentalen Wandel von einer Hoheitsverwaltung mit bürokratischen Verkrustungen zu einem Dienstleistungsunternehmen mit deutlicher Kundenorientierung erleben wird.

Diese Modernisierung der öffentlichen Verwaltung vollzieht sich keineswegs nach einem einheitlichen Plan. Es handelt sich vielmehr um eine Vielzahl von unterschiedlichen Ansätzen, die in den verschiedenen Bereichen der öffentlichen Verwaltung verwirklicht werden. Bei aller Unterschiedlichkeit gibt es dennoch einige Gemeinsamkeiten, die für den Prozeß als Ganzes gelten und die sich in fünf Punkten zusammenfassen lassen:

Erstens: Die Steuerung der öffentlichen Verwaltung durch Haushaltszuweisungen und Stellenpläne wird durch eine Steuerung in Form von Vereinbarungen über zu erbringende Dienstleistungen ersetzt. Damit werden klare Ziele gesetzt.

Zweitens: Die Dezentralisierung wird als Organisationsprinzip verwirklicht.

Das eröffnet Handlungsspielräume für die verantwortlichen Führungskräfte.